Bundesagentur für Arbeit (BA)

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im August 2000
Aufhellung am Arbeitsmarkt setzt sich fort - Teil 8/12

Nürnberg (ots) - Männer und Arbeiter sind unter den arbeitslosen Schwerbehinderten - vermutlich wegen der beruflich höheren körperlichen Anforderungen - relativ häufig vertreten (vgl. Tabellen "Arbeitslose Schwerbehinderte nach ausgewählten Strukturmerkmalen" sowie "Abgang an arbeitslosen Schwerbehinderten im Juni 2000") im Anhang. So waren im Juni d.J. 63 Prozent der arbeitslosen Schwerbehinderten Männer und 68 Prozent Arbeiter, während sich bei allen Arbeitslosen diese Prozentsätze auf 55% bzw. 61% beliefen. Vor allem Facharbeiter waren mit einem Anteil von 28 Prozent verhältnismäßig zahlreich (zum Vergleich alle Arbeitslosen: 21 Prozent). Bemerkenswerterweise sind Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung unter den arbeitslosen Schwerbehinderten nicht häufiger anzutreffen als unter allen Arbeitslosen (46 Prozent zu 47 Prozent). Vor allem aber sind arbeitslose Schwerbehinderte deutlich älter als Nicht-Behinderte; so waren im Juni d.J. 58 Prozent der Schwerbehinderten 50 Jahre und älter und 41 Prozent 55 Jahre und älter, im Vergleich zu 35 Prozent bzw. 25 Prozent bei allen Arbeitslosen. Zur Schwerbehinderung tritt also in der Mehrzahl der Fälle höheres Alter; letzteres ist häufig sogar das größere Problem. So betrug die Dauer einer Arbeitslosigkeitsperiode der Schwerbehinderten, die im Juni 2000 ihre Arbeitslosigkeit beendeten, durchschnittlich 14,5 Monate, während es bei allen Arbeitslosen 8,5 Monate waren. Dabei dauerte die Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter über 50 Jahre erheblich länger (19,6 Monate) als für solche bis 50 Jahre (9,7 Monate; zum Vergleich alle Arbeitslosen: 18,3 Monate zu 6,3 Monaten). Entsprechend waren im Juni 2000 gut die Hälfte (52 Prozent) der Schwerbehinderten im Bestand langzeitarbeitslos, d.h. bereits ein Jahr und länger arbeitslos, im Vergleich zu 38 Prozent bei allen Arbeitslosen. Allerdings waren Schwerbehinderte über 50 Jahre nicht häufiger langzeitarbeitslos als alle älteren Arbeitslosen (jeweils 60 Prozent; zum Vergleich bis 50 Jahre: 39 Prozent zu 26 Prozent). Vor allem beenden Schwerbehinderte ihre Arbeitslosigkeit wesentlich seltener durch Aufnahme einer Beschäftigung; für Juni 2000 beziffert sich ihre Wiederbeschäftigungsquote nur auf 24 Prozent, im Vergleich zu 44 Prozent bei allen Arbeitslosen. Je älter die Schwerbehinderten sind, umso geringer wird der Anteil derer, die in Arbeit einmünden, und umso größer wird die Zahl derjenigen, die sich krankheits- oder rentenbedingt aus dem Erwerbsleben zurückziehen. So betrug die Wiederbeschäftigungsquote für schwerbehinderte Arbeitslose über 50 Jahre nur noch 11 Prozent, gegenüber 36 Prozent für solche bis 50 Jahre (zum Vergleich alle Arbeitslosen: 24 Prozent zu 48 Prozent). Ausbildungsstellenmarkt: Rechnerischer Ausgleich erscheint möglich Einen Monat vor dem Abschluss des Berufsberatungsjahres 1999/2000 ist die Lage am Ausbildungsstellenmarkt weiterhin leicht entspannt. Von Oktober 1999 bis August 2000 sind den Arbeitsämtern insgesamt 484.700 Ausbildungsstellen gemeldet worden, 7.000 oder 1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (Juli: +2 Prozent). Allerdings ist das Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen wesentlich stärker gestiegen, nämlich um 21.400 oder 5 Prozent auf 474.200 (Juli: ebenfalls +5 Prozent). Die Zahl der außerbetrieblichen Ausbildungsstellen war dagegen, insbesondere wegen der veränderten Konditionen des Jugendsofortprogramms, mit 10.500 weiterhin deutlich geringer (-14.500). Gleichzeitig haben 529.400 Bewerber die Berufsberatung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet, 23.300 oder 4 Prozent weniger (Juli: -5 Prozent). Dies ist auf das Jugendsofortprogramm und auf den ASIS zurückzuführen (s.o. Teil I). Die Zahl der noch offenen Ausbildungsstellen lag auch Ende August mit 67.200 deutlich über dem Vorjahreswert, nämlich um 10.400 oder 18 Prozent (Juli: ebenfalls +18 Prozent). Noch nicht vermittelt waren zuletzt 88.800 Bewerber, 700 oder 1 Prozent weniger (Juli: -5 Prozent). Insgesamt zeichnet sich damit zum Ende des Berufsberatungsjahres ein rechnerischer Ausgleich am Ausbildungsstellenmarkt ab; wahrscheinlich ist sogar ein Überschuss an unbesetzten Ausbildungsstellen gegenüber den nicht vermittelten Bewerbern. III. Neue Länder Weiter keine Besserung am Arbeitsmarkt Die Zahl der Erwerbstätigen hat saisonbereinigt wohl auch im Juni nicht zug enommen. Dafür sprechen jedenfalls u.a. die Statistiken der Beitragspflichtigen nach dem SGB III, der Pflichtversicherten in der Gesetzlichen Krankenversicherung und der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, aber auch die Entwicklung der Arbeitslosigkeit. Zudem unterschreitet die Erwerbstätigkeit den Vorjahresstand wohl weiter deutlich. Von Einfluss darauf war, dass die Zahl der in Beschäftigungschaffenden Maßnahmen (BSM) Tätigen im Juni um 110.000 kleiner war als vor einem Jahr (darunter SAM OfW: -90.000). - Es folgt Teil 9 - Original-Content von: Bundesagentur für Arbeit (BA), übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Das könnte Sie auch interessieren: