Bundesagentur für Arbeit (BA)

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Juni 2000 - Teil 6/10

    Die Stellenzugänge waren zuletzt kaum noch größer als vor Jahresfrist. Seit Jahresbeginn gingen bei den Arbeitsämtern aber wesentlich mehr Angebote ein, mit 1,69 Mio waren es 169.400 oder 11 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Zuge der konjunkturellen Belebung erhöhten sich die Stellenzugänge aus dem Verarbeitenden Gewerbe im ersten Halbjahr 2000 besonders kräftig, nämlich um 16 Prozent auf 244.000. Besonders stark beteiligt waren Bereiche der Investitionsgüterindustrie, wie die Metallerzeugung und -bearbeitung und der Maschinenbau (+36 Prozent auf 8.100 bzw. +24 Prozent auf 29.600) sowie die Herstellung von Büromaschinen, Datenverarbeitungsgeräten und -einrichtungen, Elektrotechnik, Feinmechanik und Optik (zusammen: +29 Prozent auf 37.100). Mehr Stellen meldeten aber auch die Textil- und Lederindustrie sowie die Herstellung von Kfz und Kfz-Teilen (+25 Prozent auf 6.300 bzw. +35 Prozent auf 11.000). Die gemeldete Kräftenachfrage aus dem Dienstleistungssektor stieg ebenfalls an (+12 Prozent auf 1,10 Mio). Dabei verzeichneten die stärksten Zunahmen die Bereiche Datenverarbeitung und Datenbanken sowie unternehmensnahe Dienstleistungen (+36 Prozent auf 20.700 bzw. +26 Prozent auf 302.400). Stellenzugänge aus dem Baugewerbe lagen mit 148.500 nur leicht, nämlich um 3 Prozent, über denen des Vorjahreszeitraumes. Hierbei spielten sowohl ein witterungsbedingter Basiseffekt als auch die schwierige Wirtschaftslage dieses Zweiges eine Rolle. Die Land- und Forstwirtschaft meldete 195.000 Stellen, 6 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 1999.          Die Zahl der Arbeitsvermittlungen war im Juni deutlich kleiner als im Vorjahresmonat; im gesamten ersten Halbjahr bahnten die Arbeitsämter mit 1,00 Mio jedoch 12.000 mehr längerfristige Beschäftigungsverhältnisse an (wegen Änderungen im Statistischen Verfahren dürfte die Zahl der Vermittlungen niedriger als früher ausgewiesen werden). Vermittlungen in kurzfristige Tätigkeiten waren dagegen weniger zahlreich (-7.800 auf 326.600). Somit vermittelten die Arbeitsämter seit Jahresbeginn 1,33 Mio Arbeitsuchende (+4.200). Darüber hinaus fanden 117.000 Personen mit anderen Hilfen der Arbeitsämter eine Arbeit, und zwar: 99.300 durch den Stellen-Informations-Service (SIS), 11.200 durch den Arbeitgeber-Informations-Service (AIS), 2.500 durch die Zusammenarbeit mit beauftragten Dritten und 3.900 durch die Anbahnung selbständiger Tätigkeiten. Alles in allem verhalfen die Arbeitsämter im ersten Halbjahr 2000 somit 1,45 Mio Menschen zu einer neuen Beschäftigung.          Der Stellenbestand hat sich auch zuletzt saisonbereinigt spürbar erhöht; im Juni ist er um 6.000 gestiegen, nach +8.000 im Mai und +9.000 im April. Nicht saisonbereinigt lag er unverändert über dem Stand des Vorjahres. Im Juni waren 491.200 Angebote registriert, dies sind 73.500 oder 18 Prozent mehr als vor einem Jahr (April: +66.800).

    
    Kurzarbeit hat im Juni weiter abgenommen. Die Zahl der
Kurzarbeiter verringerte sich gegenüber dem Vormonat um 11.700 auf
55.800. Dazu beigetragen haben erneut das Baugewerbe (-3.300 auf
15.400), aber auch der Maschinenbau (-2.500 auf 4.400) sowie die
Herstellung von Kraftwagen und -teilen (-2.400 auf 600). Insgesamt
wurde das Vorjahresniveau mit 46.600 wieder stärker unterschritten
als im Mai (-39.600). Der Arbeitszeitausfall war im Juni mit 54
Prozent deutlich größer als im Vormonat (50 Prozent; Vorjahr: 36
Prozent). Um mehr als die Hälfte wurde die Arbeitszeit für 44 Prozent
der Kurzarbeiter eingeschränkt (40 Prozent; 19 Prozent).
        
    Arbeitsmarktpolitik flankiert Arbeitsmarkt
    
    Von der Bundesanstalt geförderte berufliche Bildung hat nach wie
vor kleineres Gewicht als vor einem Jahr. Ende Juni befanden sich
insgesamt 268.400 Teilnehmer in Maßnahmen der beruflichen
Weiterbildung, der Wiedereingliederung Behinderter sowie in
Deutsch-Sprachlehrgängen, dies sind 4 Prozent weniger. Das Minus
entfällt vor allem auf Weiterbildung (-5 Prozent auf 211.800) und
berufliche Rehabilitation (-3 Prozent auf 33.800); dagegen konnten
Deutsch-Sprachlehrgänge deutlich zulegen (+12 Prozent auf 22.800). Im
ersten Halbjahr begannen 221.400 Menschen eine der genannten
Maßnahmen, 7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang
betrifft erneut allein Weiterbildung (-10 Prozent auf 170.400),
während Reha-Maßnahmen und Deutsch-Sprachlehrgänge wiederum gewinnen
konnten (+1 Prozent auf 26.600 bzw. +7 Prozent auf 24.400).
    
    Die Zahl der Teilnehmer in Beschäftigungschaffenden Maßnahmen des
zweiten Arbeitsmarktes hat sich auch zuletzt nur leicht erhöht;
weiterhin liegt sie merklich unter Vorjahresniveau. Im Juni befanden
sich 70.100 Personen in Arbeitsbeschaffungs- und traditionellen
Strukturanpassungsmaßnahmen, ein Minus von 12 Prozent. Die Abnahme
geht wie bisher allein auf ABM zurück (-16 Prozent auf 58.900;
traditionelle SAM: +14 Prozent auf 11.300). Seit Jahresbeginn nahmen
insgesamt 44.200 Menschen eine derartige Tätigkeit auf, 5 Prozent
weniger als im Vorjahreszeitraum (ABM: -9 Prozent auf 38.500;
traditionelle SAM dagegen: +34 Prozent auf 5.700).

Es folgt Teil 7

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