Bundesagentur für Arbeit (BA)

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im April 2000 - Teil 6/9

Nürnberg (ots) - Kurzarbeit hat im April deutlich abgenommen. So verringerte sich die Zahl der Kurzarbeiter gegenüber März um 16.000 auf 73.900. Zum Rückgang trug besonders das Baugewerbe bei (-4.700 auf 23.500), aber auch der Maschinenbau sowie die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (-3.200 auf 8.400 bzw. -2.800 auf 600); hier wirkte sich wohl die industrielle Belebung aus. Insgesamt lag die Kurzarbeiterzahl aber weniger unter Vorjahresniveau als in den Monaten zuvor (-28.800). Die Arbeitszeit wurde im April stärker reduziert; im Durchschnitt fielen 51 Prozent aus (Vormonat: 47 Prozent; Vorjahr: 40 Prozent). Um mehr als die Hälfte wurde die Arbeitszeit für 39 Prozent der Kurzarbeiter eingeschränkt (33 Prozent; 24 Prozent). Arbeitsmarktpolitik fördert Ausgleichsprozesse Die von der Bundesanstalt geförderte berufliche Bildung hat weiterhin etwas kleinere Bedeutung als vor einem Jahr. Ende April befanden sich insgesamt 270.500 Teilnehmer in Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung, der Wiedereingliederung Behinderter sowie in Deutsch-Sprachlehrgängen; damit gab es - wie schon im März - 5 Prozent weniger Personen in diesen Maßnahmen. Die Abnahme beruht auf Weiterbildung und beruflicher Rehabilitation (-7 Prozent auf 211.500 bzw. -3 Prozent auf 34.700). Seit Januar begannen 151.600 Menschen eine der genannten Maßnahmen, 11 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang entfällt allein auf Weiterbildung (-15 Prozent auf 115.100), während Reha-Maßnahmen und Deutsch-Sprachlehrgänge erneut zulegen konnten (+3 Prozent auf 19.000 bzw. +6 Prozent auf 17.500). Die Zahl der Teilnehmer in Beschäftigungschaffenden Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes hat sich auch zuletzt nur wenig erhöht; weiterhin liegt sie merklich unter Vorjahresniveau. Im April befanden sich 68.300 Personen in Arbeitsbeschaffungs- und traditionellen Strukturanpassungsmaßnahmen, 17 Prozent weniger. Das Minus geht nach wie vor ausschließlich auf ABM zurück (-20 Prozent auf 57.600; traditionelle SAM: +4 Prozent auf 10.700). Seit Januar nahmen insgesamt 28.600 Menschen eine derartige Tätigkeit auf, 8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (ABM: -10 Prozent auf 25.000; traditionelle SAM dagegen: +19 Prozent auf 3.600). Der Bestand an Teilnehmern in Maßnahmen zur direkten Förderung regulärer Beschäftigung ist gegenüber März geringfügig kleiner geworden und unterschreitet nahezu unverändert das Vorjahresniveau. Im April befanden sich 105.100 Personen in solchen Tätigkeiten (ohne Arbeitnehmerhilfe: -16 Prozent). Dabei lag die Zahl der mit Eingliederungszuschüssen Beschäftigten wesentlich stärker als im März unter dem Vorjahreswert (-14 Prozent auf 49.200). Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose und Überbrückungsgeld wurden nach wie vor deutlich weniger in Anspruch genommen (-18 Prozent auf 21.100 bzw. -8 Prozent auf 27.100). In den ersten vier Monaten d.J. nahmen mit Unterstützung dieser Instrumente (einschl. Arbeitnehmerhilfe) 58.600 Personen eine Beschäftigung auf, das ist ein Minus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zum Rückgang trugen wiederum insbesondere Eingliederungszuschüsse und Überbrückungsgeld bei (-24 Prozent auf 22.600 bzw. -14 Prozent auf 21.400). Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose wurden dagegen häufiger gewährt (+25 Prozent auf 10.700). Freie Förderung wird nach wie vor zunehmend genutzt. In diesem Rahmen wurden seit Jahresbeginn 84.000 Leistungen bewilligt, 31 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im April gab es ca. 110.000 Leistungsempfänger gem. § 428 SGB III, dies sind ca. 3 Prozent weniger als im Vorjahr. Danach müssen 58-Jährige oder ältere dem Arbeitsmarkt nicht mehr voll zur Verfügung stehen und werden dann auch nicht mehr als Arbeitslose gezählt. Stark zugelegt hat dagegen die Förderung von Altersteilzeit. Zuletzt befanden sich bereits ca. 23.000 Personen in der Freistellungsphase (+108 Prozent). Das Sofortprogramm zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit wurde bis 31. Dezember 2000 verlängert. Die Arbeitsämter brachten seit Januar 19.000 Jugendliche in die verschiedenen Maßnahmen. Im April befanden sich 41.600 Teilnehmer in diesem Programm. Weiterhin mehr Ausbildungsstellen - weniger Bewerber Von Oktober bis April sind bei den Arbeitsämtern 412.600 Ausbildungsstellen gemeldet worden, 2 Prozent oder 8.700 mehr als im Vorjahreszeitraum. Dieser Zuwachs resultiert ausschließlich aus mehr betrieblichen Stellen, denn aufgrund der veränderten Konditionen des Sofortprogramms zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit sind rd. 12.000 außerbetriebliche Ausbildungsstellen weniger als im Vorjahr eingerichtet worden. Gleichzeitig haben 445.000 Jugendliche die Arbeitsämter bei der Suche nach einer Lehrstelle eingeschaltet, dies waren 5 Prozent oder 24.400 weniger. Auch dies ist z.T. auf das Jugendsofortprogramm und den ASIS zurückzuführen (s.o. Teil I). Ende April gab es 169.200 noch offene Ausbildungsstellen, 18 Prozent mehr als vor einem Jahr (März: +14 Prozent). Noch nicht vermittelt waren am Monatsende 212.600 Bewerber, 3 Prozent mehr (März: +1 Prozent). Teil 7 folgt Original-Content von: Bundesagentur für Arbeit (BA), übermittelt durch news aktuell

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