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Marine - Pressemitteilung: Hohe Auszeichnung für Wehrpflichtigen - Marinesicherungssoldat bewies Zivilcourage (mit Bild)

Obergefreiter Roman Wins nach der Verleihung des Ehrenkreuzes der Bundeswehr in Gold. Foto: Ann-Kathrin Fischer, Deutsche Marine.

Glücksburg (ots) - Eckernförde - Obergefreiter Roman Wins erhielt am Nachmittag des 21. Septembers das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold. Im vergangenen Juli überwältigte er einen Messerstecher und rettete damit einer Busfahrerin vermutlich das Leben. Sein Kommandeur, Fregattenkapitän Thomas Schorn, überreichte dem 19-jährigen Grundwehrdienstleistenden vor dem komplett angetretenen Bataillon der Marineschutzkräfte die Auszeichnung als Anerkennung für sein selbstloses Eingreifen.

Rückblick: Kiel am 25. Juli 2010 - ein Sonntagnachmittag. Ein Kieler Linienbus fährt seine planmäßige Endhaltestelle an, die letzten drei Fahrgäste steigen aus. Völlig unvermittelt attackiert der letzte Fahrgast die 36-jährige Busfahrerin und verletzt sie mit mehreren Messerstichen schwer. Durch die Hilfeschreie der Frau alarmiert, halten die beiden kurz vor dem Angreifer ausgestiegenen jungen Männer inne und eilen spontan zu Hilfe, woraufhin der Angreifer von seinem Opfer ablässt und zu fliehen versucht. Während einer der beiden der verletzten Busfahrerin zu Hilfe eilt, verfolgt der Marinesoldat Roman Wins den Täter, stellt ihn, ringt ihn zu Boden und hält ihn trotz Gegenwehr für circa zehn Minuten dort fest, bis die sofort alarmierte Polizei eintrifft und den mutmaßlichen Täter, einen der Polizei bekannten 41-jährigen, festnimmt.

Gelerntes umgesetzt

Obergefreiter Wins befand sich eigentlich im Urlaub und war eigens für diese Auszeichnung zurückbeordert worden. Er wusste zunächst gar nicht, wie ihm geschah als sein Name aufgerufen wurde und vor dem gesamten Bataillon antreten sollte. In seiner Ansprache lobte der Kommandeur den jungen Soldaten: "Vor soviel Courage ziehe ich den Hut." Anschließend konnte sich Obergefreiter Wins zu seinen Gefühlen befragt kaum artikulieren - aber der Stolz sprach aus seinen Augen.

Er sei von seinen Eltern dazu erzogen worden, Schwächeren immer zu helfen, sagte er zu seiner Motivation für das Eingreifen. Außerdem habe er bei den Marineschutzkräften eine Menge gelernt, was er in dem Moment einfach angewendet hatte. Fregattenkapitän Schorn kommentierte: "Das zeigt, dass unsere Ausbildung realitätsnah ist."

Obergefreiter Wins sei sehr froh gewesen, dass es ihm damit tatsächlich gelungen sei, einen wesentlich älteren und vermutlich stärkeren Mann zu überwältigen. "Ich hatte keine Angst um mich, sondern Angst um die Frau", sagte er den anwesenden Medienvertretern. Auch der Kommandeur äußerte sich stolz, dass einer seiner Soldaten offensichtlich viel gelernt habe und dazu auch noch Zivilcourage bewiesen hatte: "Die Ehrung soll auch andere motivieren, nicht wegzuschauen, sondern beherzt zu handeln."

Besondere Auszeichnung für einen Wehrpflichtigen

Für den jungen Wehrpflichtigen ist die Auszeichnung mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold insofern eine ganz besondere Auszeichnung als dass sie für Wehrpflichtige eigentlich gar nicht vorgesehen ist. Zur Würdigung besonders herausragender Einzeltaten wird jedoch hin und wieder eine Ausnahme gemacht - die Urkunde trägt die eigenhändige Unterschrift des Bundesministers der Verteidigung, Karl-Theodor zu Guttenberg. Der Obergefreite Wins wird das Kreuz für seine "treue Pflichterfüllung und herausragende Einzeltat" künftig mit großem Stolz an seiner Uniform tragen. Nach seinem neunmonatigen Grundwehrdienst würde er sich bei den Marineschutzkräften gerne weiterverpflichten.

Hintergründe zu den Marineschutzkräften

Marineschutzkräfte (MSK) werden an Land, im Bereich von Häfen, Reeden und küstennahen Gewässern eingesetzt. Das Bataillon wurde am 1. April 2005 aufgestellt und gliedert sich neben dem Stab in drei Kompanien und den Feldnachrichtenzug der Marine. Die Soldaten schützen und unterstützen die Schiffe und Boote der Marine, Einrichtungen und sonstige Objekte gegen Angriffe terroristischer Kräfte, um die Überlebensfähigkeit der Angehörigen der Bundeswehr, die Funktionsfähigkeit wichtiger Infrastruktur und die Durchsetzungsfähigkeit eigener Kräfte zu sichern.

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