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Deutsche Marine - Pressemeldung: EU-Militärausschuss überzeugt sich von maritimen Fähigkeiten - Fregatte "Bayern" mit "EU Battle Group" in Seebrügge

Das Verbandabzeichen der EU Battle Group 2/2008. Design: Bundeswehr

    Glücksburg (ots) -

    - Querverweis: Bildmaterial ist abrufbar unter
        http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs -

    Seebrügge - Die Europäische Union (EU) will in der Lage sein, weltweit auf Krisen zu reagieren. Welchen Beitrag Seestreitkräfte dazu leisten können, demonstrierte am heutigen Donnerstag zum zweiten Mal seit seinem Bestehen der maritime Anteil der "EU Battle Group" in Seebrügge. 80 Vertreter des "Politischen und Sicherheitspolitischen Komitees der EU" und des EU-Militärausschusses aus Brüssel sowie hochrangige Militärs reisten dazu in die belgische Hafenstadt, um sich einen Eindruck von den Fähigkeiten der europäischen "Maritime Task Group" (MTG) zu machen. Darunter auch Clemens von Goetze, Deutscher Botschafter bei der EU sowie Konteradmiral Andreas Krause, Vizebefehlshaber der deutschen Flotte ("Stellvertreter Befehlshaber Flotte").

    Entscheider informieren sich über Einsatzmittel

    Unter französischer Leitung demonstrierten 600 Soldaten der deutschen Fregatte "Bayern" und des französischen Landungs- und Führungsschiffs "Tonnerre" mit welchen Mitteln im Ernstfall eine amphibische Evakuierung von europäischen Staatsbürgern durchgeführt werden kann. Die Zuschauer aus Brüssel werden zu Darstellern der Vorführung als sie mit den vier Landungsbooten und zwei Hubschraubern der "Tonnerre" evakuiert wurden. Zwei Kampfhubschrauber sichern die Aktion aus der Luft. Die Fregatte "Bayern" sichert mit ihren Soldaten und Waffen den Hafen. Fregattenkapitän Bruno Bender vom französischen Einsatzstab verdeutlicht den Hintergrund des Besuches: "Es ist wichtig, dass die Entscheider gezeigt bekommen, wie solche Einsätze aussehen und welche Mittel sie letztendlich einsetzen können", so der 41-jährige Franzose. Nicht jeder wisse zum Beispiel, dass die "Tonnerre" über ein Lazarett verfügt, das wie ein Kreiskrankenhaus eingerichtet ist und über 100 Verletzte versorgen kann, sagt er.

    Einsatz im Umkreis von 6.000 Kilometern

    Der Deutsche Botschafter von Goetze zeigt sich beeindruckt von der Präsentation: "Repräsentanten aller EU-Mitgliedstaaten haben heute die Möglichkeit, zu sehen, wie eine streitkräftegemeinsame Operation funktioniert und wie man maritime Mittel einsetzen kann. Heute haben wir anschaulich gesehen, wie gut die maritime Komponente des EU-Battle-Group-Konzepts funktioniert." Konteradmiral Krause ist gleicher Ansicht und verdeutlicht den Zweck des Marineverbandes: "Wenn man in einem Umkreis von 6.000 Kilometern um Brüssel operieren will, erkennt man schnell, dass es da auch viele Wasserflächen gibt." Da seien Landstreitkräfte allein nicht ausreichend, betont er. Zudem biete ein Marineverband Sicherheit für die Soldaten, denn: "Wir können die Soldaten auf dem kürzesten Weg von See direkt an Land bringen und wieder rausholen". Die Deutsche Marine werde sich daher auch in Zukunft neben ihrem Beitrag zu den NATO Response Forces (NRF) auch weiter an Operationen unter der Führung der Europäischen Union beteiligen. Hintergrund: Die Initiative zur Gründung einer maritimen Komponente der "EU Battle Group" ging im vergangenen Jahr während der EU-Ratspräsidentschaft erstmals von Deutschland aus.

    Einsatzverband kann evakuieren

    Ein Szenarium wie in Seebrügge kann sich jederzeit überall auf der Welt zutragen: Europäische Staatsbürger könnten, wie bereits geschehen, Opfer von Gewalt oder Naturkatastrophen werden. Bei einer derartigen Evakuierung oder auch anderen militärischen Operationen kann der maritime Einsatzverband im Rahmen der "EU Battle Group" eingesetzt werden.

    Schnelle Reaktionsfähigkeit

    Am 17. Juni 2004 beschloss der Rat der EU den Aufbau der "EU Battle Groups". Noch im November des gleichen Jahres konkretisierten die Verteidigungsminister der EU-Mitgliedsstaaten diese Planungen bereits mit der Benennung der ersten Verbände. Diese sind leicht und hochmobil  für die Krisenreaktion. Eine europäische Battle Group soll zur Krisenbewältigung im Umkreis von 6.000 Kilometern um Brüssel eingesetzt werden. Die Truppe kann zur Evakurierung, Konfliktprävention sowie zur Unterstützung bei humanitären Einsätzen und Stabilisierungsoperationen herangezogen werden. Auch zur Trennung von Konfliktparteien ist sie in der Lage. Die Einsatzbereitschaft ist binnen zehn Tagen gewährleistet. Hierfür sind 1.500 Soldaten vorgesehen. Eine "EU Battle Group" wird immer für ein halbes Jahr aufgestellt. Die Führungsnation wechselt innerhalb der EU. Zurzeit hat Deutschland die operative Führung der sogenannten EU Battle Group 2/2008. Weitere Teilnehmer sind Frankreich, Belgien, Spanien und Luxemburg.

    Schiffe werden bei Bedarf benannt

    Anders als die Landeinheiten der EU Battle Group, bei der feste Truppeneinheiten benannt sind und in Bereitschaft stehen, gibt es keinen dauerhaften EU-Marineverband sondern ein bestehendes Netzwerk beziehungsweise eine feste Führungsstruktur, die im Bedarfsfall binnen fünf Tagen mit Schiffen ergänzt wird und damit als "Korsett" dient. Die Schiffe werden der "Maritime Task Group" jeweils für ein halbes Jahr zugesagt. Der Marineverband kann so sehr flexibel auf bestimmte Missionen zugeschnitten werden, indem Schiffe quasi aus einem "Baukasten" ausgewählt werden und somit den Anforderungen gerecht werden.

    Autoren: Arne Krüger und Detlef Struckhof, Presse- und Informationszentrum Marine Fotos: Deutsche Marine und Marine Nationale Frankreich

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