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"Richterin Barbara Salesch" (mo-fr, 18.00 Uhr)
Die Fälle vom 18. bis 22. September 2000

    Berlin (ots) - Wie sichert man sich bei einem Verkauf unter
Freunden am besten ab, oder wer trägt bei Schadensfällen die
Verantwortung? Wie man bei den Fällen, die vor dem Schiedsgericht von
Richterin Barbara Salesch verhandelt werden, immer wieder sehen kann,
haben die Betroffenen - je nach Standpunkt - da oft ganz
unterschiedliche Ansichten.
    
    Montag, 18. September 2000: Christian B. aus Biberbach und Jürgen
G. aus Kutzenhausen sind Halbbrüder. Christian lebte im Heim und
besuchte seinen Bruder und dessen Frau oft an den Wochenenden. Da er
als Heimkind chronisch pleite war, stimmte er gern zu, als sein
großer Bruder ihm anbot, für ihn zu arbeiten. Er sollte Gewürzregale
auffüllen, was er auch tat. Doch mittlerweile ist Christian bitter
enttäuscht, denn bis heute wartet er vergeblich auf den Lohn für
seine Mühe. Und Jürgen denkt auch gar nicht daran, ihm Geld zu geben.
Denn für das, was Christian stets als Wochenendeinladung auffasste,
sollte er mit seiner Arbeit bezahlen.
    
    Kai-Tobias B. aus Marienheide fuhr nur mal kurz nach Köln und
benutzte dazu den VW Polo seiner besten Freundin. Als Jennifer M. den
Wagen wiederhatte, stellte sie fest, dass der Anlasser kaputt war.
Kai behauptet, er habe davon nichts bemerkt. Nun fordert Jennifer
Schadenersatz, aber ihr Freund lehnt ab. Schließlich sei es normal,
dass an einem so alten Wagen mal etwas kaputtgehe.
    
    Dienstag, 19. September 2000: Susanne S. aus Hambühren und Monika
S. aus Brome waren zwar nicht eng befreundet, gingen aber gerne
gemeinsam aus. Da Monika nicht viel Geld hatte, lieh ihr Susanne für
ein Fest etwas aus ihrem wohlgefüllten Kleiderschrank, was sie aber
nie zurückbekam. Wochenlang rannte Monika ihren Sachen hinterher.
Zunächst ließ sich Monika verleugnen. Dann behauptete sie, Susanne
schulde ihr noch Geld von einem früheren Putz-Job und sie wolle die
Kleidungsstücke als Pfand behalten.
    
    Michael S. und Bernd C. aus Köln machten sich einen schönen Abend.
Sie tranken und vertrieben sich die Zeit mit Videospielen. Als Bernd
jedoch auf die Playstation seines Freundes trat, ging nicht nur das
Gerät, sondern auch die Freundschaft der beiden in die Brüche.
Michael pocht nämlich auf Schadenersatz, doch Bernd sieht das gar
nicht ein. Er behauptet, Michael habe den Unfall geradezu provoziert.
Dieser habe die Playstation so ungünstig im Raum platziert, dass man
zwangsläufig darüber stolpern musste.
    
    Mittwoch, 20. September 2000: Miriam L. aus Berlin gab Joachim H.
ihren Perserteppich, weil ihre neue Wohnung zu klein war für das gute
Stück. Ihr Freund verkaufte den Teppich jedoch, als er in Geldnot
geriet. Jetzt fordert Miriam die 1600 Mark, die der Perser
eingebracht hat, zurück. Schließlich habe sie Joachim ihren Teppich
nur geliehen. Joachim ist aber der Meinung, der Teppich sei ein
Geschenk gewesen und weist Miriams Geldforderung daher zurück.
    
    Haltet den Dieb! Aber welchen? Das muss Richterin Barbara Salesch
herausfinden, wenn sich Marcus H. und Daniel H. aus Heiligenhaus bei
Velbert vorm Schiedsgericht gegenüberstehen. Die fünf Mitglieder der
Freestyle-Hip-Hop-Band "Alcoholics" beschuldigen sich nämlich
gegenseitig, 420 Mark aus der Band-Kasse gestohlen zu haben.
    
    Donnerstag, 21. September 2000: Der vierjährige Jan kann wirklich
nichts für den Streit zwischen seiner Mama Conny M. aus Raunheim und
Monika Z. aus Trebur. Dabei war er vor drei Jahren der Auslöser
dafür. Damals war Conny im Erziehungsurlaub und musste sich mit Baby
Jan und Tochter Diana allein durchschlagen. Geld war immer knapp,
neue Klamotten deshalb nicht drin. Diana war aber mit Melanie
befreundet und deren Mutter Monika machte Conny das verlockende
Angebot, ihr ein paar gut erhaltene Kleidungsstücke für "kleines
Geld" zu verkaufen. Der Kleiderhandel funktionierte nur kurz, denn
irgendwann verloren alle den Überblick darüber, wer was bezahlt,
angezahlt, geliehen oder gestundet hatte. Danach flogen nur noch die
Fetzen und nun soll Richterin Barbara Salesch wieder für klare
Verhältnisse sorgen.
    
    Freitag, 22. September 2000: Als Nina K. aus Köln dringend einen
Kinderwagen brauchte, kam das Angebot ihrer Bekannten Sibylle K.-F.
wie gerufen. Nina kaufte Sibylle einen gebrauchten Kinderwagen für
250 Mark ab. Doch schon wenig später blieb das Gefährt liegen:
Achsenbruch, Totalschaden. Nina fühlte sich betrogen und reklamierte
den Schaden. Weil sie jedoch samt Nachwuchs in Urlaub wollte, musste
schnell Ersatz her. Nina kaufte einen weiteren Kinderwagen und
fordert nun von Sibylle das Geld für den neuen Wagen.
    
    Übers Ohr gehauen fühlt sich Herbert B. aus Dortmund. Er wirft
seinem Kumpel Christoph H. vor, er habe ihm einen defekten
CD-Wechsler verkauft und will das gezahlte Geld zurück. Christoph ist
jedoch der Meinung, Herbert habe das Gerät entweder fallen lassen
oder beim Einbau in sein Auto einen Kurzschluss verursacht. Deshalb
denkt er gar nicht daran, den Kaufpreis zu erstatten.
    
    Übrigens: Jeder, der seinen Fall vorm Fernsehschiedsgericht
entscheiden lassen will, kann dies über das Büro der Richterin tun
(Tel: 01805 / 33 99 69 - Computel, 24 Pf./Min oder E-Mail:
brigitte.maser@richterin.filmpool.de) oder er wendet sich schriftlich
an: Barbara Salesch, Otto-Hahn-Straße 9 - 11, 50997 Köln.
    
    
    
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Birgit Borchert
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