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Weltspiegel - Auslandskorrespondenten berichten
Am Sonntag, 23. Oktober 2016, 19:20 Uhr vom SWR im Ersten

München (ots) - Moderation: Ute Brucker

Geplante Themen:

Irak: Mossul - militärische Gratwanderung / Monate hat es gedauert, diesen Angriff vorzubereiten. Der Sturm auf die irakische Hochburg des sogenannten Islamischen Staates soll erfolgreich verlaufen, bis zu 40.000 Soldaten und Milizionäre sind beteiligt. Die irakische Armee hat ethnisch und religiös gemischte Einheiten gebildet und vorher genau festgelegt, dass weder schiitische Milizen noch kurdische Kämpfer bis in die Stadt vordringen sollen. In Mossul leben noch mehr als eine Million überwiegend sunnitische Muslime. Der IS lässt sie nicht fliehen, die irakische Armee will verhindern, dass es nach einer möglichen Befreiung Mossuls zu religiösen Konflikten und Rachemorden kommt. Zusätzlich erschwert wird die militärische Operation durch die Tatsache, dass die 4.000 bis 5.000 IS-Kämpfer auf der anderen Seite nicht am Leben hängen: Für sie ist der "Märtyrertod" erstrebenswert. Amir Musawy (SWR) hat Einheiten der irakischen Armee begleitet.

Irak: Inside Mossul / Mehr als eine Million Zivilisten in Mossul leben seit zwei Jahren in Todesangst. Der sogenannte Islamische Staat hat seine eigenen "Regeln": Wer sie übertritt, kann auf der Stelle hingerichtet werden - wegen einer Zigarette oder weil er mit dem Handy telefoniert hat. Trotzdem bleiben Mobiltelefone die einzige Verbindung in die Außenwelt, ins kurdische Dohuk zum Beispiel. Hier leben Christen, die rechtzeitig fliehen konnten, und nun Angst um ihre zurückgebliebenen Angehörigen haben. Verlässliche Informationen aus Mossul sind sehr schwer zu bekommen. Aber einigen Studenten in Dohuk gelingt es dennoch, über Umwege aktuelle Bilder, Videos und Nachrichten aus der Stadt herauszuschmuggeln. Vorsichtig formiert sich in Mossul selbst Widerstand gegen den IS. Eine Reportage von Alexander Stenzel (ARD Studio Kairo)

Großbritannien: Eine Insel macht sich klein / "Meine Insel wird mir eng", sagt ARD-Korrespondentin Hanni Hüsch. Seit Jahren berichtet sie aus ihrem geliebten Großbritannien. Doch seit dem Brexit-Beschluss spürt sie fast täglich, dass die Insel sich verändert, ihr fremder wird. "Sie fühlt sich immer kleiner an, auch wenn sie jetzt wieder größer tönt". Fremdenfeindliche Töne, schräge Ideen, Großmannsgerede, Abschottung gegenüber Europa. Fast schon verzweifelt wirkt da der Versuch des Londoner Oberbürgermeisters, sein eigenes Land an die Großzügigkeit und Weltoffenheit zu erinnern, die Great Britain einst groß gemacht haben. Eine Reportage von ARD-Korrespondentin Hanni Hüsch aus einem zerrissenen Land.

Haiti: Menschengemachte Katastrophe? / Wieder ein Hurrikan, wieder Hunderte Tote, wieder die Ernte zerstört, die Wellblechhütten niedergewalzt. Wieder Hunderttausende, die in Notunterkünften dürftig versorgt werden. Es ist, als würde sich in Haiti alle paar Jahre die Geschichte wiederholen. Das karibische Land wird regelmäßig von Naturkatastrophen heimgesucht. Aber warum ist Haiti so schutzlos? Warum gelingt es keiner Regierung, nachhaltig das Land aufzubauen? Warum werden die haitianischen Eliten immer reicher, während der Großteil des Volkes bitterarm bleibt? Warum grassieren in dem bettelarmen Land Korruption und Ineffizienz? Fragen, auf die ARD-Korrespondent Peter Sonnenberg (ARD-Studio Mexiko) bei seiner Reise durch das Katastrophengebiet Antworten sucht.

Senegal: Der aussichtslose Kampf der Fischer / Mor Mbengul fischt noch immer, wie er es von seinem Großvater gelernt hat. Und doch gibt es einen Unterschied: Seine Vorfahren konnten von dem Fang leben. Mor und seine Freunde nicht mehr. Das Meer vor Senegals Küste ist abgefischt von internationalen Fangflotten. Ein Jahr lang haben Umweltorganisationen mit GPS und Satelliten-Nachverfolgungssysteme die großen Trawler aus China, Russland und der EU beobachtet. Sie haben festgestellt, dass die Großfischer weit mehr fischen als sie offiziell dürfen. Mit mafiösen Methoden versuchen viele, dies zu verschleiern. Senegals Fischer sind arbeitslos. Tausende wollen nach Europa fliehen, dorthin - so sagen sie - wohin ihr Reichtum schon abgewandert ist. Eine Reportage von Shafagh Laghai (ARD-Studio Nairobi)

Redaktion: Stefan Rocker

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