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"Menschen bei Maischberger" am Dienstag, 22. September 2015, um 23.30 Uhr

München (ots) - Das Thema:

"Mein Leben als Crash - Von der Schlossallee ins Sozialamt"

Wer als millionenschwerer Finanzinvestor, als TV-Star oder Bundesligaprofi - verschuldet oder unverschuldet - in finanzielle Schwierigkeiten gerät, steht zu Beginn vielleicht besser da als jene 6,7 Millionen Deutschen, die laut der Wirtschaftsauskunftei "Creditreform" 2014 überschuldet waren. Aber droht am Ende jedem Schuldner dieselbe Abwärtsspirale aus Mahnungen, Pfändungen, Privatinsolvenz und Hartz IV? Gäste: Britta von Lojewski (TV-Moderatorin) Florian Homm (Ex-Finanzspekulant) Dieter Eckstein (Ex-Bundesligaprofi) Martina Leisten (Ex-Gastronomin)

Britta von Lojewski

"Jahrelange Existenzängste haben mich krank gemacht", sagt die Wahlkölnerin, die seit diesem Jahr zwei Schicksalsschläge verkraften muss: Im Mai bekommt sie die Diagnose Brustkrebs, im August muss sie Privatinsolvenz anmelden. Vor zehn Jahren hatte die TV-Moderatorin ("Kochduell") als Altersvorsorge ihr gesamtes Vermögen von etwa 500.000 Euro in Ost-Immobilien investiert. Die vermeintlichen Luxuswohnungen entpuppen sich als Bruchbuden mit hohen Unterhaltskosten. Als sie die Kredite nicht mehr bedienen kann, werden die Wohnungen zwangsversteigert. Schulden aber bleiben. Inkassounternehmen und Gerichtsvollzieher stehen vor ihrer Tür. Schließlich muss die 52-Jährige Hartz IV beantragen. "Wenn du pleite bist, bist du Freiwild", sagt Britta von Lojewski.

Florian Homm

Er galt jahrelang als Inbegriff des eiskalten "Finanzjongleurs", verdiente als Hedgefonds-Manager mit umstrittenen Geldgeschäften ein Vermögen. 2007 tauchte Florian Homm plötzlich ab, blieb fünf Jahre verschwunden. Als er 2012 wieder an die Öffentlichkeit tritt, wird er in Italien im Auftrag der US-Justiz verhaftet. Der Vorwurf: Kursmanipulation und Anlagebetrug. Nach 15-monatiger Auslieferungshaft in einem italienischen Gefängnis kommt er überraschend frei und setzt sich nach Deutschland ab. Von seinem Vermögen sei fast nichts geblieben, so der ehemalige Großaktionär von Borussia Dortmund. Rückblickend sagt Homm: "Jahrzehntelang habe ich die falschen Götter verehrt und als Folge daraus meine Macht, mein Vermögen und meine Familie verloren."

Dieter Eckstein

Während der Autofahrt zu einem Länderspiel unterschreibt der damals 24-Jährige Fußballprofi auf Rat seines Beraters angeblich gewinnbringende Verträge für zwei Einfamilienhäuser im Wert von 1,3 Millionen Mark. Die unüberlegte Entscheidung hat schwerwiegende Folgen: Am Karriereende übersteigen die monatlichen Raten bei weitem Dieter Ecksteins Einkommen. Der legendäre Bundesliga-Stürmer steht vor einem Schuldenberg. "Jetzt fing die richtig harte Zeit an. Ich hatte mein ganzes Kapital in die Häuser gesteckt und schuldete der Bank noch 600.000 Mark. Plötzlich führte ich ein Leben als Arbeitsloser", erinnert sich der ehemalige Nationalspieler. Heute ist Eckstein schuldenfrei, hat die Privatinsolvenz überstanden.

Martina Leisten

Ein Jahr betrieb die studierte Sozialwirtin ein Café in Berlin, danach hatten sie knapp 40.000 Euro Schulden. "Für mich ist dieser kleine Schuldenhaufen, der unüberwindbar ist, viel schlimmer. Ich hätte lieber Millionenschulden, dann hätte ich es wenigstens mal krachen lassen", sagt die 37-Jährige. 2011 meldete sie Privatinsolvenz an, die sie gerne abgewendet hätte: "Es ist wie in einem Alptraum, der sich immer wiederholt. Man tritt auf der Stelle. Es ist ein Brandmal, das man nicht mehr los wird."

"Menschen bei Maischberger" ist eine Gemeinschaftsproduktion der ARD, hergestellt vom WDR in Zusammenarbeit mit der Vincent TV GmbH.

Redaktion: Klaus Michael Heinz

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