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Neue Presse Hannover: Kommentar zu Griechenland

Hannover (ots) - Es geht um Steuern, Wohlstand und nun auch Menschenleben. Die Wut über das Sparpaket in Griechenland eskalierte gestern in rücksichtsloser Gewalt. Die Toten markieren einen Höhepunkt in der Auseinandersetzung über die Schuldenkrise. Der Schock, der sich danach breitmachte, wird hoffentlich die Rückkehr zur Vernunft einläuten und die Erkenntnis fördern, dass ein Ausweg aus der Krise nur gemeinsam gefunden werden kann. Dabei sind die Sparmaßnahmen der griechischen Regierung hart. Zehntausende Demonstranten machten friedlich ihren Unmut darüber laut, dass die Lasten ungleich verteilt seien und die Großen mal wieder weniger stark belastet würden als die Kleinen. Selbst wenn das stimmen würde - eins bleibt unbestritten: Auch die Kleinen haben jahrzehntelang über ihre Verhältnisse gelebt. Sie haben einen Wohlstand genossen, der nicht erwirtschaftet, sondern auf Pump finanziert wurde. Damit soll nun Schluss sein - aber das wird nur gelingen, wenn die griechische Gesellschaft als Ganzes dabei an einem Strang zieht. Doch das ist längst nicht ausgemacht. Denn der von den Gewerkschaften organisierte Widerstand wuchs zuletzt wieder. Auch weigert sich die konservative Opposition, die bei der Schuldensause jahrelang mitgemacht hatte, das Sparpaket der linken Regierung mitzutragen. Und signalisiert damit, dass sie von einer gemeinsamen Verantwortung immer noch nichts wissen will. Man kann das unter Machttaktik verbuchen, doch wenn schon die politischenEliten in Athen keine Verantwortung tragen wollen, wie sollte das ein deutscher Steuerzahler tun wollen?

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