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Neue Presse Hannover: Kommentar der "Neuen Presse" aus Hannover zu Havarie/Great Barrier Reef

Hannover (ots) - Es ist doch wirklich zum Heulen. Da haben wir dieses wunderschöne Weltwunder vor Augen, träumen uns durch die Dokumentarfilme über das Great Barrier Riff, bewundern Meerestier und -pflanzenwelt - und sehen das ganze dann von einer öligen Dreckbrühe vergewaltigt. Wieder einmal ist ein einzigartiges Naturerbe bedroht durch Leichtsinn, Gier, Respektlosigkeit. Die Havarie des chinesischen Kohlefrachters wäre mit Sicherheit zu verhindern gewesen - allein schon dadurch, dass der Kapitän auf der vorgeschriebenen Route geblieben wäre. Weil es den Traum aller Taucher getroffen hat, weil das Great Barrier Riff Ziel vieler Fernreisender ist und weil dieses Ökosystem eben auch in seiner Größe so einmalig ist, ist der Schrecken über das Schiffsunglück besonders groß - die Aufmerksamkeit auch. Tatsächlich aber werden täglich in allen Weltmeeren Öl, industrielle Schadstoffe, radioaktive Abfälle, Chemikalien und Schwermetalle entsorgt. Überall werden ganze Ökosysteme vernichtet, manche sind so klein und angeblich unbedeutend, dass niemand sie wahrgenommen hatte. Wenn diese Havarie einigermaßen glimpflich ausgeht, wird sie genauso schnell wieder vergessen sein wie die Tatsache, dass das Great Barrier Riff bereits durch den menschengemachten Klimawandel angegriffen ist. Das ist eben die Krux. Die Meere nicht zu verschmutzen ist teurer, als es mehr oder weniger heimlich zu tun. Strengere Regeln und Transparenzgebote sowie sehr viel höhere Geldstrafen für Reeder durchzusetzen ist schwieriger, als alles beim alten zu lassen. Diskutieren kann man das ja wieder beim nächsten Unfall. Pressekontakt: Neue Presse Hannover Petra Rückerl Telefon: +49 511/5101-2264 rueckerl@neuepresse.de Original-Content von: Neue Presse Hannover, übermittelt durch news aktuell

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