Heidelberger Druckmaschinen AG

Heidelberger Druckmaschinen AG: Heidelberg Geschäftsjahr 2009/10: Unternehmen erfolgreich stabilisiert - Aufwärtstendenz in der Branche erkennbar

Heidelberg (ots) - Heidelberg Geschäftsjahr 2009/10: Unternehmen erfolgreich stabilisiert - Aufwärtstendenz in der Branche erkennbar

   - Auftragseingang mit 2,371 Mrd. Euro auf niedrigem Niveau
   - Umsatz sinkt um 23 Prozent auf 2,306 Mrd. Euro
   - Restrukturierungen zeigen Erfolg - Kostensenkungen weiter im 
     Fokus
   - Spürbare Erholung bei Auftragseingang in zweiter Jahreshälfte
   - Strukturen für profitables Wachstum geschaffen
   - Ausblick 2010/11: bei stabiler Konjunkturentwicklung 
     ausgeglichenes operatives Ergebnis erwartet
   - Heidelberg plant Kapitalerhöhung zur Verbesserung der 
     Eigenkapitalstruktur 

Die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) hat aufgrund des insgesamt zurückhaltenden Investitionsverhaltens in der gesamten Printmedien-Industrie im Geschäftsjahr 2009/10 wie erwartet einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis verzeichnet.

"Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat den Heidelberg-Konzern stark getroffen. Unsere führende Marktstellung konnten wir allerdings ausbauen", sagte Bernhard Schreier, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. "Wir haben zudem die finanzielle Stabilität des Konzerns wieder hergestellt und die Gewinnschwelle deutlich gesenkt. Durch die Neuorganisation haben wir unsere gesamten Strukturen an das veränderte Marktumfeld angepasst und optimiert, um künftig wieder profitabel wachsen zu können. In der zweiten Jahreshälfte war eine spürbare Aufwärtstendenz zu erkennen. Wir blicken daher recht zuversichtlich in die Zukunft."

Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise haben sich im Auftragseingang 2009/10 niedergeschlagen. Insgesamt betrug das Bestellvolumen 2,371 Mrd. Euro und liegt damit rund 18 Prozent unter dem Vorjahreswert (2,906 Mrd. Euro). Von den Auftragsrückgängen waren nahezu alle Märkte betroffen, in denen Heidelberg aktiv ist. Eine Ausnahme bildet die Region Asia/Pacific. In China wurde das Bestellvolumen des Vorjahres um mehr als 50 Prozent übertroffen. In der zweiten Geschäftsjahreshälfte zeichnete sich insgesamt eine deutliche Markterholung ab. Der Auftragseingang erreichte mit 1,287 Mrd. Euro rund 19 Prozent mehr als im ersten Halbjahr.

Aufgrund der geringen Investitionsbereitschaft sank der Umsatz im Geschäftsjahr um 23 Prozent auf 2,306 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,999 Mrd. Euro). Wie beim Auftragseingang konnte Heidelberg auch beim Umsatz einen deutlichen Anstieg in der zweiten Geschäftsjahreshälfte verzeichnen.

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ohne Sondereinflüsse sank von minus 49 Mio. Euro im Vorjahr auf minus 130 Mio. Euro. Der Großteil des Verlustes fiel mit minus 128 Mio. Euro in der ersten Geschäftsjahreshälfte an, im zweiten Halbjahr war das betriebliche Ergebnis mit minus 2 Mio. Euro ohne Sondereinflüsse nahezu ausgeglichen. Hier machten sich sowohl der gestiegene Umsatz als auch die Maßnahmen des Kostensenkungsprogrammes - neben den üblichen saisonalen Effekten - positiv bemerkbar. Insgesamt fielen im abgelaufenen Geschäftsjahr Sondereinflüsse für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 28 Mio. Euro an. Belastet durch gestiegene Finanzierungskosten und den Buchwertverlust aus der Veräußerung des Körperschaftsteuerguthabens sank das Finanzergebnis auf minus 127 Mio. Euro (Vorjahr: minus 119 Mio. Euro).

Der Jahresfehlbetrag lag bei minus 229 Mio. Euro und hat sich damit gegenüber dem Jahresfehlbetrag im Vorjahr in Höhe von minus 249 Mio. Euro leicht verbessert.

"Mit der konsequenten Umsetzung der eingeleiteten Kostensenkungs-maßnahmen konnte Heidelberg die Auswirkungen des hohen Volumenrückgangs beim Ergebnis deutlich abmildern", sagte Dirk Kaliebe, Finanzvorstand. "Die Optimierung der Kostenstruktur von Heidelberg bleibt weiterhin im Fokus. Durch die deutliche Reduzierung der Mittelbindung bewegt sich die Nettofinanzverschuldung im Berichtsjahr nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Im Berichtsjahr insgesamt haben wir eine stabile finanzielle Grundlage für das Unternehmen geschaffen."

Der Free Cashflow fiel mit minus 62 Mio. Euro nach wie vor negativ aus. Im Jahresvergleich (Vorjahr: minus 201 Mio. Euro) konnte der Mittelabfluss jedoch durch die deutliche Reduzierung des Net Working Capital optimiert werden, obwohl die Rahmenbedingungen im Berichtsjahr deutlich schlechter waren als im Vorjahr.

Geschäftsergebnisse in den Sparten Press, Postpress und Financial Services In der Sparte Press verzeichnete der Auftragseingang mit 2,108 Mrd. Euro einen Rückgang von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz sank im vergangenen Geschäftsjahr um 21 Prozent auf 2,058 Mrd. Euro. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ohne Sondereinflüsse lag mit minus 110 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert (Vorjahr: minus 35 Mio. Euro), wobei in der zweiten Jahreshälfte ein leicht positives betriebliches Ergebnis von 1 Mio. Euro erzielt werden konnte. In der Sparte Postpress gingen sowohl die Auftragseingänge als auch der Umsatz deutlich zurück. Mit 244 Mio. Euro und 229 Mio. Euro lagen sie um 27 Prozent beziehungsweise um 35 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ohne Sondereinflüsse lag mit minus 31 Mio. Euro trotz des deutlichen Umsatzrückgangs auf dem Vorjahresniveau. In der Sparte Financial Services sank der Umsatz wie erwartet von 25 Mio. Euro auf 19 Mio. Euro. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ohne Sondereinflüsse belief sich für das Berichtsjahr auf 11 Mio. Euro (Vorjahr: 16 Mio. Euro).

Ab dem laufenden Geschäftsjahr 2010/11 gliedert sich die Berichterstattung des Unternehmens in die neuorganisierten Sparten "Heidelberg Equipment", "Heidelberg Services" und "Heidelberg Financial Services".

Keine Dividendenzahlung geplant

Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen im Berichtszeitraum und des deutlichen Jahresfehlbetrages werden Aufsichtsrat und Vorstand der Hauptversammlung vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2009/10 auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten.

Stabilisieren und Strukturen für profitables Wachstum schaffen Mit dem Kostensenkungsprogramm wurden die Strukturkosten und somit die Gewinnschwelle des Heidelberg-Konzerns deutlich gesenkt. Das Ziel, jährlich 400 Mio. Euro einzusparen, wurde bereits im Berichtsjahr und damit schneller als geplant erreicht. Im Rahmen der Neuorganisation des Unternehmens wurden sämtliche Prozesse analysiert und weiter optimiert, wodurch ein zusätzliches Einsparungspotenzial in Höhe von etwa 80 Mio. Euro pro Jahr ermittelt wurde. Davon sollen 60 Mio. Euro bereits im laufenden Geschäftsjahr erreicht werden. Um die nachhaltige Profitabilität des Unternehmens sicherzustellen, wird auch in Zukunft die Kostenstruktur kontinuierlich analysiert und gegebenenfalls optimiert werden.

Seit Anfang des Geschäftsjahres 2009/10 haben rund 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Zum 31. März 2010 waren damit weltweit 16.496 Mitarbeiter bei der Heidelberg-Gruppe beschäftigt (Vorjahr: 18.926 Mitarbeiter). Bereinigt um Neukonsolidierungen sowie Auszubildende und inklusive Arbeitnehmerüberlassungen wurden insgesamt im Verlauf der letzten beiden Geschäftsjahre weltweit knapp 4.000 Stellen abgebaut - davon über 2.700 an den deutschen Standorten.

Neue Unternehmensstruktur richtet sich an strategischen Kerngeschäften aus Zum 1. April 2010 hat Heidelberg seine Struktur neu ausgerichtet und die Organisation in die Bereiche "Heidelberg Equipment", "Heidelberg Services" und "Heidelberg Financial Services" aufgeteilt. Das Unternehmen bietet seinen Kunden sowohl technologisch führende Produkte als auch umfassende und weiterentwickelte Dienstleistungen an. Zudem reagiert Heidelberg auf die sich verändernden Strukturen in der globalen Printmedien-Industrie, indem die relativ konjunkturunabhängige Sparte "Heidelberg Services" in Zukunft erweitert wird.

Mit der Sparte "Heidelberg Equipment" soll der Marktanteil von Heidelberg im Segment Werbedruck weiter ausgebaut und im Verpackungsdruck sowie dessen Weiterverarbeitung weiter gesteigert werden. Branchenanalysen zufolge soll der Neumaschinenmarkt in den kommenden Jahren um bis zu 12 Prozent jährlich wachsen.

Mit "Heidelberg Services" untermauert das Unternehmen seinen Anspruch, auch im Dienstleistungsgeschäft für die Printmedien-Industrie der beste Partner der Druckereien zu sein. Dafür sollen das Dienstleistungsangebot erweitert und neben den aktuellen Serviceleistungen und Heidelberg-Ersatzteilen die Bereiche Saphira Verbrauchsmaterialien, Prinect Software und Integrations-dienstleistungen sowie Bildung und Beratung für Printmedien-Betriebe gestärkt werden. Durch die Weiterentwicklung des Geschäftsbereichs Services soll die Konjunkturabhängigkeit des Unternehmens insgesamt reduziert werden, da sich diese Sparte relativ stabil entwickelt und Wachstumschancen bietet. Der für Heidelberg adressierbare Markt der Verbrauchsmaterialien beispielsweise hat ein weltweites Volumen von rund 8 Mrd. Euro. Der aktuelle Marktanteil des Unternehmens beträgt hier 4 Prozent und soll mittelfristig auf 7 Prozent gesteigert werden.

"Wir haben Heidelberg im Geschäftsjahr 2009/10 durch umfangreiche Kostensenkungen und die Optimierung von Prozessen und Strukturen neu aufgestellt, um bei einem Anziehen der Konjunktur wieder profitabel zu wachsen und weitere Marktanteile zu gewinnen", sagte Bernhard Schreier.

Ausblick: bei stabiler Konjunkturentwicklung ausgeglichenes operatives Ergebnis im Geschäftsjahr 2010/11 erwartet Heidelberg geht davon aus, dass sich die Branchenkonjunktur der Printmedien-Industrie in den kommenden Monaten weiter stabilisieren wird. Daher rechnet das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr 2010/11 mit einem moderaten Umsatzwachstum. Auch im Folgejahr 2011/12 wird mit einem weiter steigenden Umsatz gerechnet, so dass die erzielten Deckungsbeiträge spürbar zunehmen werden. Davon und von den bisher erreichten Einsparungen soll das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit profitieren: Im laufenden Geschäftsjahr 2010/11 strebt Heidelberg bei stabiler Konjunkturentwicklung ein ausgeglichenes operatives Ergebnis an. Die anhaltend hohen Finanzierungskosten werden das Finanzergebnis weiter stark belasten. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen daher nochmals einen deutlichen Jahresfehlbetrag.

Mittelfristig erwartet das Unternehmen wieder Umsätze von über 3 Mrd. Euro pro Jahr. Die operative Marge (EBIT-Marge) soll dann auf über 5 Prozent steigen und die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) bei rund 15 Prozent liegen.

Heidelberg plant Kapitalerhöhung zur Verbesserung der Eigenkapitalstruktur Der Vorstand der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) hat den Beschluss gefasst, zur Reduzierung der Finanzverbindlichkeiten und Verbesserung der Eigenkapital¬struktur der Gesellschaft der ordentlichen Hauptversammlung eine Bezugsrechtskapital¬erhöhung mit einem Bruttoemissionserlös von rund 420 Mio. Euro vorzuschlagen. Ein entsprechender Antrag wird der ordentlichen Hauptversammlung am 29. Juli 2010 zur Beschlussfassung vorgelegt.

"Der Vorstand will mit dieser Maßnahme die Flexibilität des Unternehmens stärken, um sich nachhaltig und unabhängig an den Kapitalmärkten finanzieren zu können. Davon werden Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter gleichermaßen profitieren", sagte Bernhard Schreier, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg.

"Die beabsichtigte Kapitalerhöhung ist ein wichtiger Bestandteil unseres Refinanzierungsplans. Sie soll unsere Kapitalstruktur stabilisieren und uns in die Lage versetzen, die Anforderungen an ein Investment Grade zu erfüllen. Sie leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Wertsteigerung und Zukunftssicherung unseres Unternehmens", sagte Dirk Kaliebe, Finanzvorstand des Unternehmens.

Der Geschäftsbericht 2009/10 kann am 15. Juni 2009 ab 7:00 Uhr unter www.heidelberg.com abgerufen werden.

Weitere Informationen, die aktuelle Presseinformation zur geplanten Kapitalerhöhung sowie aktuelles Bildmaterial erhalten Sie im Internet in der Press Lounge unter www.heidelberg.com.

Weitere Termine:

Die Veröffentlichung der Zahlen zum 1. Quartal für das Geschäftsjahr 2010/11 ist für den 10. August 2010 vorgesehen.

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Diese Presseerklärung enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, welche auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung der Heidelberger Druckmaschinen Aktiengesellschaft beruhen. Auch wenn die Unternehmensleitung der Ansicht ist, dass diese Annahmen und Schätzungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund vielfältiger Faktoren erheblich abweichen. Zu diesen Faktoren können beispielsweise die Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Lage, der Wechselkurse und der Zinssätze sowie Veränderungen innerhalb der grafischen Industrie gehören. Die Heidelberger Druckmaschinen Aktiengesellschaft übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in dieser Presseerklärung geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.

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