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Herta Müllers "Atemschaukel" in der Konrad-Adenauer-Stiftung: Lesung mit Literaturnobelpreisträgerin

Berlin (ots) - Am gestrigen Abend las die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller in der Berliner Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung am Tiergarten vor ausgewähltem Publikum aus ihrem neuen Roman "Atemschaukel". Anwesend waren u.a. Staatsminister Bernd Neumann, Regisseur Volker Schlöndorff sowie der kulturpolitische Sprecher der CDU/CSU Fraktion, Wolfgang Börnsen.

Der Vorsitzende der Stiftung und ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments, Dr. Hans-Gert Pöttering, bezeichnete in seiner Begrüßung Herta Müllers Werke als "Literatur der Angstüberwindung". Zudem hob er ihr mutiges Bekenntnis zur Freiheit und ihre Analyse des politischen Terrors in der Diktatur hervor. Die große europäische Dimension ihrer Romane und Essays zeige sich darin, dass man "aus der Diktatur für die Demokratie lernen" könne.

Der Präsident des Deutschen Bundestages und stv. Vorsitzende der Stiftung, Prof. Dr. Norbert Lammert, würdigte Herta Müllers Werke als demokratische Grundlektionen gerade auch für deutsche Leser: "Ihre Bücher sind eine ebenso aufregende wie deprimierende Chronik des Alltags in einer Diktatur. Sie machen bewusst, was Menschen erspart geblieben ist, die wie ich in einem der glücklicheren Zeitabschnitte der deutschen Geschichte geboren und aufgewachsen sind, dazu in einer begünstigten Region, die von den historischen Turbulenzen und den damit verbundenen Zumutungen nicht oder deutlich weniger betroffen war."

Herta Müller wurde 1953 in Nitzkydorf/Rumänien geboren und kam 1987 aus der Ceausescu-Diktatur in die Bundesrepublik Deutschland. In ihrem Roman "Atemschaukel", von dem bislang 500.000 Exemplare verkauft worden sind und Übersetzungen in 48 Sprachen vorliegen, geht es um die Deportation eines jungen Rumäniendeutschen Anfang 1945 in ein sowjetisches Arbeitslager. Zugleich wird dieses Schicksal Vieler, das für ein lange verdrängtes Kapitel der europäischen Geschichte steht, auf außerordentliche Weise sprachlich verdichtet und poetisch angereichert.

2004 wurde Herta Müller mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet.

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