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Kölner Stadt-Anzeiger: Große Koalition wird bis zum Sommer den Entwurf eines Anti-Doping-Gesetzes auf den Weg bringen

Köln (ots) - Die große Koalition wird bis zum Sommer den Entwurf eines Anti-Doping-Gesetzes auf den Weg bringen. Das kündigte die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Dagmar Freitag (SPD), im Gespräch mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstag-Ausgabe) an. Sie plädierte dafür, schon den Besitz kleiner Mengen von Dopingmitteln unter Strafe zu stellen und begründete dies unter anderem mit den zu erwartenden Dopingfällen bei den Olympischen Spielen in Sotschi. "Auch Sotschi wird uns im Zweifel bestätigen, dass es Sinn macht, die sauberen Sportler vor Betrügern zu schützen", sagte Freitag dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Sie fügte hinzu: "Ich bin dafür, den Besitz auch geringer Mengen von Dopingmitteln unter Strafe zu stellen. Der Staatsanwalt entscheidet dann in jedem Einzelfall, ob er die Sache weiter verfolgt oder nicht. Auch kleinste Mengen reichen schon aus, um größtmögliche Leistungssteigerungen herbeizuführen." Der SPD-Politikerin zufolge arbeiten das Justiz- und das Innenministerium bereits an Vorschlägen, wie ein solches Gesetz aussehen könnte.

Der bayerische Justizminister Winfried Bausback (CSU) sprach sich ebenfalls für ein Anti-Doping-Gesetz aus. "Wenn wir nicht jeglichen Besitz von Dopingmitteln ab dem ersten Milligramm unter Strafe stellen, kommen wir an die im Hintergrund agierenden Doping-Netzwerke im Profisport nicht heran", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Denn gerade dopende Spitzensportler haben wegen dieser professionellen Netzwerke selbst in der Regel nur kleine Mengen an Dopingsubstanzen bei sich." Solange sie dafür nicht als Beschuldigte geführt werden könnten, seien Maßnahmen wie Durchsuchungen nur in engeren Grenzen möglich. Bisher werden Doping-Vergehen über das Arzneimittelgesetz geahndet. Danach ist es verboten, Arzneimittel oder Wirkstoffe "in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken im Sport zu erwerben oder zu besitzen, sofern das Doping bei Menschen erfolgen soll". Nach Einschätzung von Experten reicht die Definition "in nicht geringer Menge" aber nicht aus. Seit Jahren wird deshalb um ein Anti-Doping-Gesetz gerungen.

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