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RNZ: Todernst

Heidelberg (ots) - Christian Altmeier über die fehlerhaften Haaranalysen des FBI

Die Zahlen machen fassungslos: Bis zu 95 Prozent der nachträglich untersuchten Haaranalysen des FBI haben sich als fehlerhaft erwiesen. Hätte man eine Münze geworfen, wäre die Trefferquote vermutlich erheblich höher gewesen. Doch was nach einer Farce klingt, ist für die Betroffenen äußerst ernst - in einigen Fällen sogar todernst. Denn es ist schlimm genug, dass vermutlich hunderte Menschen Jahre oder Jahrzehnte unschuldig im Gefängnis gesessen haben. Dass aber Unschuldige offensichtlich auch hingerichtet wurden, ist eine Tragödie. So hat das FBI zumindest eines zweifelsfrei bewiesen: Dass die Todesstrafe abgeschafft gehört - und zwar weltweit. Kein Staat hat das Recht, einen Menschen zu töten. Die hohe Mordrate in den USA zeigt zudem, dass die Todesstrafe nicht einmal die erhoffte abschreckende Wirkung entfaltet. Vor allem aber ist die Hinrichtung eines Verurteilten irreversibel. Da Fehler - wie im Fall des FBI - niemals auszuschließen sind, sollte sich jeder, der für diese archaische und unmenschliche Form der Bestrafung eintritt, darüber im Klaren sein: Es kann jeden treffen.

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