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RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung, zu: Umfragetief

Heidelberg (ots) - Die zum Zwecke der politischen Unterhaltung institutionalisierten Umfragen alle paar Tage sind für die Betroffenen so lästig wie Fußschweiß. Und sagen nichts über die Qualität dessen, was abgefragt wird. Insofern handelt die demoskopisch gebeutelte Kanzlerin völlig adäquat, wenn sie einen medientauglichen Topverkäufer als ihr neues Sprachrohr engagiert. Und sicher hat ihr scheidender Sprecher Wilhelm nicht unrecht, wenn er diesen etablierten Geschäftszweig der Mediendemokratie dem physikalischen Aggregatzustand der Flüchtigkeit zuordnet. Seine Analyse ist gleichwohl nicht vollständig: Diese Regierung hat sich in der öffentlichen Wahrnehmung inzwischen so eindeutig auf die Erzeugung von negativen Schlagzeilen spezialisiert, dass ihre guten Taten, die sich vor allem im Wirtschaftsteil der Zeitungen niederschlagen, darüber nicht mehr wahrgenommen werden. Und da beginnt das Problem. Die Zeiten, in denen die öffentliche Meinung mit dem sicheren Gespür für Gerechtigkeit verbrüdert war, sind längst vorbei. Sonst wäre auch einer wie Gerhard Schröder, nachdem er endlich gehandelt hatte, nicht abgestraft worden. Und für Schwarz-Gelb wird aus dem Flüchtigen der heutigen Umfragen nicht erst 2013 etwas Festes. Sondern schon 2011, wenn die ersten wichtigen Landtagswahlen auch über Merkel & Co. befinden.

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