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RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung zu: Kundus

Heidelberg (ots) - Der Kundus-Ausschuss wird zum parteipolitischen Begleitgeräusch eines ohnehin klappernden Regierungsstarts. Ein unbedarfter Beobachter müsste sich die Augen reiben angesichts der Tatsache, dass der nachweislich Unbeteiligte an diesem militärischen Desaster, nämlich der neu ins Amt gekommene Verteidigungsminister zu Guttenberg, in dieser Aufführung den Hauptangeklagten geben soll. Und wenn dann noch die Frage ins Zentrum rückt, ob dieser vor oder erst nach dem Landtagswahltermin in Nordrhein-Westfalen aussagen soll, dann spricht das für Klamauk, aber nicht für ein Aufklärungsbedürfnis. Dem Instrument Untersuchungsausschuss wird damit kein Gefallen getan. Dem Afghanistan-Einsatz und den Soldaten, die seine Last tragen, auch nicht. Aber hinter der Schaubühne gibt es zum Glück eine Ebene der gemeinsamen, die letzte Regierung überdauernden Verantwortung. Im Gefolge der veränderten US-Einsatzstrategie, die mehr auf Vertrauensbildung und Aufbauhilfe einerseits, effizienter Ausbildung, aber auch militärische Stärke setzt, muss auch der deutsche Beitrag neu gewichtet werden. Und zwar, um eine Ausstiegs-Option zu erreichen, die keiner kaschierten Flucht gleichkommt. Afghanistan braucht uns - noch. Pressekontakt: Rhein-Neckar-Zeitung Manfred Fritz Telefon: +49 (06221) 519-0 Original-Content von: Rhein-Neckar-Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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