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RNZ: Rhein-neckar-Zeitung, Heidelberg, zu: Afghanistan

    Heidelberg (ots) - Art und Ablauf der Präsidentschaftswahl  in Afghanistan sprechen ihre eigene Sprache. Wobei allerdings berücksichtigt werden muss, dass die Islamisten alles daran setzten, genau diese Entfaltung von Volkssouveränität in einem Meer von Gewalt versinken zu lassen. Gemessen an dieser Entschlossenheit liegt schon darin ein kleiner Erfolg, dass der Wahlgang nicht komplett verhindert worden ist. Sieben Jahre Antiterrorkrieg, militärische Stabilisierung und Aufbauhilfe mit der Absicht, am Hindukusch eine Art Zivilgesellschaft möglich zu machen, haben dieses Ziel nicht annähernd erreicht. Afghanistan und das Grenzgebiet zu Pakistan sind immer noch das Rekrutierungsgebiet des islamistischen Terrors, der mit den Anschlägen von 11.9.2001 eine Art kruden Weltherrschaftsanspruch artikuliert hat. Nimmt der Westen den Druck weg, steigt sofort wieder das Risiko. Aber der maximale Zeithorizont von weiteren zehn Jahren militärischer Präsenz, den Verteidigungsminister Jung genannt hat, ist grotesk. Darin liegt das  Eingeständnis, dass die bisherige Strategie von Nato und UN halbherzig war und versagt hat. Die Ertüchtigung des Landes muss schneller gehen - und auch mit anderen Politikern. Denn das deutsche Mandat ist nicht bis 2019  mehrheitsfähig.

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