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RNZ: Taten zählen - Kommentar zur Rede Obamas in Kairo

    Heidelberg (ots) - Von Christian Altmeier Das Verhältnis zum Islam gehört zu den wichtigsten Herausforderungen der westlichen Außenpolitik. Die Gefahr des Terrorismus, der nach wie vor überlebensnotwendige Zugang zum Öl und der Frieden im Nahen Osten sind nur einige der Punkte, die von diesem Verhältnis bestimmt werden. Dementsprechend groß sind die Erwartungen an Barack Obamas Rede in Kairo, mit der er die Beziehungen auf eine neue Grundlage stellen will. Mit seiner Nahostpolitik hat der US-Präsident zumindest günstige Voraussetzungen geschaffen, um in der islamischen Welt Gehör zu finden. Die klaren Worte zur israelischen Siedlungspolitik - verbunden mit der empörten Reaktion aus Tel Aviv - sind nicht nur in den arabischen Staaten aufmerksam registriert worden. Gemessen werden wird Obama aber letztlich nicht an seinen Worten, sondern an Taten. Dabei wird er noch einige Hürden zu überwinden haben. So könnte sich der US-Präsident bald entscheiden müssen, ob er über verbalen Druck auf Israel hinausgeht - und sich mit der starken Israel-Lobby in Washington anlegt. Im Verhältnis zu den islamischen Staaten steht zudem die Frage nach Demokratie und Menschenrechten im Raum, die manche der Gesprächspartner verärgern könnte. Auch Obama kann diese Differenzen nicht mit einer Rede beseitigen. Wenn seine ausgestreckte Hand nicht gleich ausgeschlagen würde, wäre aber ein erster Schritt dahin getan.

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