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RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg, zu: Ackermann

    Heidelberg (ots) - War es das - die große erwartete Geste der Entschuldigung dafür, dass Banker die  Welt an den Rand des wirtschaftlichen Ruins gebracht haben? Hat Josef Ackermann plötzlich Gewissensbisse? Oder plagt ihn einfach nur die Sorge, dass die Abkehr vom Kapitalismus ihm und seinesgleichen den Boden unter den Füßen wegziehen könnte? Seine Forderung, bei erwiesener Unfähigkeit auf Bonuszahlungen zu verzichten, ist noch kein Zeichen von Reue. Der Skandal dieses Belohnungssystems aus der Boomzeit  spottet einfach nur jeder Beschreibung. Um die Gesellschaft mit der Finanzindustrie wieder zu versöhnen und Vertrauen zurückzubringen, dazu bedarf es mehr. Viel mehr. Dafür müssen sich auch  einige der Hauptverantwortlichen vor Gericht verantworten müssen. Ackermann, der zu den intelligenten Bankern gehört, hat sich mit der Absenkung seines Gehalts um 90 Prozent auf 1,4  Million Euro im Jahr vielleicht die Berechtigung verschafft, seinen Kollegen eine Standpauke zu halten. Aber deswegen sitzen er und 99 Prozent der anderen Bürger noch lange nicht in einem Boot. Dieser Vergleich ist nicht wirklich kentersicher.

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