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RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg, zu: Karadzic

    Heidelberg (ots) - Karadzic verkörperte beim Zerfall Jugoslawiens das Bild des besessenen Blutsäufers, der in Bosnien eine Vertreibungs- und Ausrottungspolitik gegen die muslimische Mehrheit betrieb. An der langen Leine von Slobodan Milosevic führte er die UN-Schutztruppe vor und spielte im Namen der großserbischen Utopie mit seinem Militärchef Mladic den Terminator. Milosevic hat sich inzwischen als Angeklagter des UN-Tribunals umgebracht. Karadzic & Co. sind die letzten Vertreter jenes alten Europas, das in blutigsten Nationalitätenkonflikten 1945 untergegangen war - und mit der Entwicklung zur Europäischen Union überwunden worden ist. Insofern ist seine Verhaftung durch die Regierung Tadic in Belgrad ein Signal der Annäherung an die EU. Die umfassende Kooperation mit den Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, wo auch Mladic und Konsorten landen müssen, ist die Eintrittskarte. Die EU wird dieses Zeichen durch eine realistische Beitrittsperspektive honorieren. Denn erst wenn der Balkan-Konflikt überwunden ist, und das geht nur mit dem Zutun Serbiens, ist ganz Europa eine Zone des Friedens.

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