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RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg, zu: Beck

    Heidelberg (ots) - Dass ihn Liedermacher Wolf Biermann neulich einen "Dumpfbeutel" nannte, das kann er aushalten. Da haben ihm andere schon deftigere Etiketten aufgeklebt. Dass seine Partei aber inzwischen die Hoffnung verloren hat, dieses scheinbar schlichte Pfälzer Gemüt könnte nur eine raffinierte Tarnung für einen genialen Taktiker sein, das ist Kurt Becks eigentliches Problem. Zwar ist seine jüngste Selbstauskunft, er werde an keinem Stuhl kleben, banal. Nur hat er sie angeblich gar nicht so gemeint. Sondern als erneute Drohung, die jedoch zum willkommenen Signal der Resignation umgedeutet wurde. Das zeigt Becks tatsächliche Schwäche. Beck ist Teil des Problems, nicht weil er Kurt Beck ist, sondern weil ihn eine an Großen Koalition und an der Existenz der linken Konkurrenz zersplitterte SPD nicht Führungsfigur sein lässt. Und weil er es nicht schafft, qua eigener Ausstrahlung der SPD eine Perspektive zu geben. Der nächste Akt unter dem Titel "fortschreitende bis endgültige Demontage" wird mit dem absehbaren Verzicht auf die Kanzlerkandidatur beginnen. Niemand muss Beck "von außen wegpusten". Diese Geschichte geht ihren Gang. Und wird schwerlich noch zum Heldenstück.

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