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RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg, zu: China/Tibet

    Heidelberg (ots) - China will die Olympischen Spiele retten. Am liebsten natürlich auf die freundliche Tour. Es passt einfach besser zum Anlass.  So gesehen zeigt sich die  chinesische Diplomatie  mit dem Gesprächsangebot an den Dalai Lama lernfähig. Aber die Offerte, die Peking eigentlich an die  EU und den Westen adressierte, hat nichts mit einer Änderung    seiner Tibet-Politik zu tun. Denn die   Chinesen möchten  das exilierte Oberhaupt der Tibeter, das auf die   Gewaltlosigkeit festgelegt bleibt, für eine  lautlose und dauerhafte "Lösung" des Problems nutzen. Im günstigsten Falle kann das bedeuten: mehr kulturelle Autonomie für  den unwiderruflichen Verzicht auf Unabhängigkeit. Ob der Dalai Lama, der  nach außen eine ähnliche Position vertritt,  ein solches Mandat  überhaupt hat und durchsetzen könnte, ist  aber fraglich. Die Alternative wäre der kulturelle Genozid. Denn China, das Dutzende solcher Minoritätenprobleme hat, kann sich mehr Nachgiebigkeit  nicht leisten. Somit tut sich auch für die Tibeter ein Fenster  der Möglichkeiten auf. Denn  nach den Spielen verschwindet ihr Anliegen wieder von der Agenda.

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