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RNZ: Niebel rügt im ZDF-Fernsehrat das "Politbarometer"

Heidelberg (ots)

Die FDP fühlt sich unterbewertet
Generalsekretär Dirk Niebel: Die Forschungsgruppe Wahlen vertut 
sich bei uns auffallend oft
Von Klaus Welzel
Heidelberg. 10, 9, 8, 9, 8, 7, 6, 7 - das sind die Werte mit denen
die Forschungsgruppe Wahlen beim ZDF-Politbarometer im vergangenen 
Jahr die Liberalen einschätzte. Und zwar genau in dieser Reihenfolge.
Viel zu wenig, sagt FDP-Generalsekretär Dirk Niebel, der sich über 
diese "Tendenz" beim ZDF-Politbarometer mächtig ärgert.
Niebel stört vor allem der 6-Prozent-Wert vom 23. November. Denn rund
zwei Wochen danach und zuvor haben die anderen Institute die FDP bei 
8 bis 11 Prozent gesehen. "Damit wird natürlich auch ein Stück weit 
Politik gemacht", heißt es im Thomas-Dehler-Haus, der Berliner 
FDP-Zentrale. Motto: Die Mehrheit wählt immer den Gewinner. Die 
Liberalen würden absichtlich unterbewertet. Ja, gerne erinnert man 
sich noch an die Zeiten als Wolfgang Gibowski die Forschungsgruppe 
leitete - doch der wechselte 1991 zu Helmut Kohl als 
stellvertretender Regierungssprecher.
Besonders kritisch war aus FDP-Sicht wohl die Bundestagswahl im 
Herbst 2005: Die Forschungsgruppe taxierte die Liberalen damals bei 6
Prozent, am Wahlabend erhielt die FDP aber 9,8 Prozent. Und auch bei 
den Landtagswahlen in Hessen wurde die FDP von der Forschungsgruppe 
im Vorfeld schlechter eingeschätzt, als sie dann abschnitt - jeweils 
um 1,2 bis 1,4 Prozentpunkte. Niebel: "Wie sich ein Institut so 
vertun kann - und das so auffällig oft -, das möchte ich gerne einmal
erklärt bekommen".
Gesagt - getan: Niebel sprach Anfang Februar in der "Sache 
Forschungsgruppe" beim ZDF-Fernsehrat vor, dessen Mitglied er 
zugleich ist. Tenor: "Warum liegen die Prognosen der Forschungsgruppe
Wahlen so häufig neben den eigentlichen Wahlergebnissen?" Die 
Aussprache, bei der auch Forschungsgruppen-Chef Matthias Jung 
anwesend war, brachte keine Annäherung. Fragt man heute im 
Dehler-Haus oder bei der Forschungsgruppe in Mannheim nach, so 
erfährt man zwei komplett unterschiedliche Versionen:
Niebels Pressesprecher Wulf Oehme fasst als Ergebnis zusammen: "Uns 
wurde versprochen, zu prüfen, ob bei der Ausstrahlung des 
Politbarometers auch die Werte der anderen Institute dargestellt 
werden können". Außerdem habe die Forschungsgruppe zugesagt, "ihre 
Methodik überprüfen zu wollen".
Doch davon haben die Mannheimer Wahlforscher offenbar nichts 
mitbekommen. Alle Fragen zur Methodik seien während der Sitzung durch
den Vorstand Matthias Jung beantwortet worden. Außerdem gebe es kein 
zweites Institut, das so transparent arbeite wie die 
Forschungsgruppe. Schließlich veröffentlichten die Mannheimer nicht 
nur ihre "Projektion" (Sonntagsfrage), sondern auch ungeschminkt die 
Erhebungszahlen, die im Politbarometer "politische Stimmung" genannt 
werden.
"Stimmung" ist vielleicht das richtige Stichwort: Bei der FDP hat 
sich nämlich das Gefühl eingeschlichen, die Partei sei in der 
Quadratestadt nicht wohl gelitten. Es gebe seit langer Zeit keine 
direkten Kontakte mehr. Forschungsgruppen-Vorstand Andrea Wolf: "Wenn
Parteien mit uns Gespräche führen wollen, dann machen wir das gerne".
Nur von sich aus gehe das Institut auf niemanden zu. Das verbiete die
Pflicht zur Neutralität.

Pressekontakt:

Rhein-Neckar-Zeitung
Manfred Fritz
Telefon: +49 (06221) 519-0

Original-Content von: Rhein-Neckar-Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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