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Baader Bank: Notenbanken läuten vorsichtig Rückzug aus Krisenintervention ein

München (ots) - An den Märkten herrscht Rätselraten über die weitere Vorgehensweise der Notenbanken. Dennoch deutet sich an, dass der Rückzug aus der Krisenintervention schrittweise eingeläutet wird. Im Mittelpunkt steht die Diskussion über die vielen neuen Zentralbank-Milliarden, mit denen weiterhin die Märke überschwemmt werden. "Kritische Stimmen werden lauter, wonach sich durch die Nullzinspolitik die nächste gefährliche Blase an den Kapitalmärkten bildet und dadurch die Vermögenspreise für Immobilien, Aktien und Rohstoffe weiter in die Höhe getrieben werden", schreibt Klaus Stopp, stellvertretender Leiter Rentenhandel der Baader Bank AG in Unterschleißheim, in der aktuellen Ausgabe des Newsletters "Baader Bond Markets" (zu abonnieren unter http://www.baadermarkets.de/newsletter ).

So hat die Bank of England ihren Beschluss, das Leitzinsniveau auf dem Rekordniveau von 0,50% zu belassen, zwar einstimmig getroffen, aber die Aufstockung des Rückkaufprogramms war lediglich ein Mehrheitsbeschluss mit zwei Gegenstimmen. Das bedeutet, dass sich die Märkte langsam auf einen "Exit" vorbereiten müssen, was mit der beschlossenen Verlängerung des Rückkaufprogramms sicherlich erleichtert wird. Und auch die US-Notenbank Fed zieht sich Schritt für Schritt aus der Krisenintervention zurück. Darauf deutet laut Stopp die Laufzeitverkürzung der Federal Reserve Bank für traditionelle Liquiditätskredite für Geschäftsbanken zum 14. Januar 2010 von bisher 90 Tagen auf 28 Tage hin. Ebenso weist Bundesbank-Präsident Axel Weber wiederholt darauf hin, dass auch in der Eurozone mit den Vorbereitungen auf den Ausstieg aus der Krisenpolitik begonnen werden muss.

Die Emissionswelle ist noch nicht vorbei

Die in der Vergangenheit von der Bank of Japan gemachten Fehler eines zu langen Zögerns will kein Notenbankvertreter wiederholen, schätzt Stopp. "Die Gefahr aber besteht darin, dem Markt verfrüht die Liquidität abzudrehen, so dass es zu Finanzierungsengpässen für den konjunkturellen Aufschwung kommen könnte", so der Rentenexperte. Nicht umsonst warne die Deutsche Bundesbank vor Rückschlägen in der Kreditwirtschaft. Zeigen doch ihre Stresstests für 2009 und 2010, dass 2,5% des gesamten Kreditvolumens in Deutschland ausfallgefährdet seien. Die abnehmende Bonität vieler Kreditnehmer treibt die Kreditrisikovorsorge der Banken ebenso in die Höhe, wie die "Kreditmigration" in schlechtere Ratingklassen mehr Eigenkapital erfordert.

Vornehmliches Ziel wird nun die Finanzierung langfristiger Investitionen sein und nicht wie zu Beginn der Krise, als kurzfristig liquide Mittel zur Verfügung gestellt werden mussten, um finanzielle Engpässe zu überwinden. Somit wird die Finanzierung über Unternehmensanleihen noch an Bedeutung gewinnen. "Die Emissionswelle ist also noch nicht vorbei", ist Stopp sicher.

Otto kommt bei Anlegern groß in Mode

Am Primärmarkt begab das weltweit größte Versandhandelsunternehmen Otto eine 500-Mio-Euro-Anleihe. Otto zahlt seinen Investoren einen Kupon von 6,375%. Etwas überraschend war für viele Beobachter die sehr gute Performance der neuen Anleihe. So verteuerte sich der Bond in den ersten beiden Handelstagen um 95bps. Die starke Nachfrage war insofern überraschend, da die Anleine "nur" zweifach überzeichnet war. Dies ist in dem momentanen Marktumfeld eher gering und wohl der Tatsache geschuldet, dass sich die gesamte Versandhandelsbranche nach der Pleite des Konkurrenzunternehmens Quelle in einer Krise befindet.

Trotz gesundheitlicher Gefahren, "geraucht wird immer", sagten sich wahrscheinlich die Investoren der neuen Anleihe des Zigarettenhersteller British American Tobacco. Der weltweit zweitgrößte Produzent von Zigaretten hatte keine Probleme 650 Mio. Euro neues Kapital von seinen Anlegern einzusammeln. Die Orderbücher wurden innerhalb kürzester Zeit geschlossen und so ist es nicht verwunderlich, dass - obwohl die Anleihe bis 2021 läuft - der Bond gerade einmal mit 4,875% verzinst wird (mehr Infos unter http://bondboard.de ).

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