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Oliver Wyman-Untersuchung "Neue Geschäftsmodelle im Mobilfunk" Netz-Outsourcing und -Sharing verändern die Mobilfunkbranche

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München (ots)

- Fallende Preise drücken den Umsatz je Kunde immer schneller, 
     Kosten müssen verstärkt gesenkt werden
   - Mobilfunkanbieter sind dabei, ihre Wertschöpfungstiefe radikal 
     zu überdenken
   - Mobilfunknetze werden verstärkt gemeinsam genutzt oder komplett 
     ausgegliedert
   - In der reifer werdenden Branche zeichnen sich neue, fokussierte 
     Geschäftsmodelle ab
Das Paradigma vom Mobilfunknetz als entscheidendes strategisches 
Asset für Mobilfunkanbieter beginnt zu wanken. Weltweit sorgen 
sinkende Gesprächspreise für ein Umdenken der Mobilfunkbetreiber. 
Durch gemeinsam mit Konkurrenten betriebene Netze oder über 
Outsourcing des Netzbetriebs können die Investitions- und 
Betriebskosten dauerhaft um bis zu 30 Prozent gesenkt werden. Das ist
das Ergebnis der aktuellen Oliver Wyman-Untersuchung "Neue 
Geschäftsmodelle im Mobilfunk". Sie beschreibt den derzeit zu 
beobachtenden Zusammenlegungs- und Ausgliederungstrend beim 
Netzbetrieb als wichtigen Schritt zu neuen Geschäftsmodellen.
In den traditionell eher oligopolistischen Mobilfunkmärkten der 
Industrieländer steigt die Wettbewerbsintensität. Die Folge sind 
fallende Minutenpreise, die auch durch zunehmende Mobilfunknutzung 
nicht vollständig ausgeglichen werden - der Umsatz pro Kunde geht 
zurück. Diese Entwicklung führt neben erhöhten 
Kapazitätsanforderungen dazu, dass derzeit kein Mobilfunkunternehmen 
an Kostensenkungen vorbeikommt. Im Zentrum der Diskussion stehen 
dabei die Netze: Die Anschaffung der Netzinfrastruktur verschlingt 
durchschnittlich rund 60 bis 80 Prozent der Gesamtinvestitionen eines
Mobilfunkunternehmens, und auch der Netzbetrieb ist mit rund 20 
Prozent der laufenden Kosten der größte Kostenfaktor nach Marketing 
und Vertrieb. "Künftig müssen die Mobilfunknetze mehr leisten, 
sollten aber weniger kosten", sagt Dr. Stephan Zoll, Mobilfunkexperte
von Oliver Wyman.
Wichtige Helfer im Kampf gegen die Kosten im Netzwerkbereich sind 
neue Technologien wie IP-Netze und optimierte Prozesse. Doch viele 
Mobilfunkunternehmen schöpfen die hiermit erreichbaren Einsparungen 
bereits zunehmend aus. Daher spielen innovative Konzepte wie Network 
Sharing, also die gemeinsame Nutzung der Mobilfunkinfrastruktur mit 
Konkurrenten, oder das Outsourcing des Netzbetriebs für viele 
Mobilfunkunternehmen eine immer wichtigere Rolle. "Unsere 
Untersuchung zeigt, dass sich die Mobilfunkbranche an einem 
Wendepunkt befindet", sagt Oliver Wyman-Partner Christian Terfloth. 
"Künftig werden das Netz und dessen Betrieb nicht mehr unbedingt zum 
Kerngeschäft der Mobilfunkanbieter gehören."
Outsourcing liegt klar im Trend
Netz-Sharing und -Outsourcing als Alternativen beziehungsweise 
Ergänzungen zur internen Kosteneinsparung sind keine vollkommen neuen
Optionen. So wird beispielsweise das Outsourcing der Wartung und des 
Betriebs einzelner Netzelemente, des Hostings von Services oder der 
Planung sowie des Ausbaus neuer Technologien bereits seit längerer 
Zeit eingesetzt, um Kosten zu senken. Neu ist jedoch der Umfang, in 
dem dies geschieht. Zunehmend bemühen sich die Mobilfunkunternehmen, 
über umfangreiche Outsourcing-Vereinbarungen die gesamte 
technologische Wertschöpfungskette abzubilden. Dabei werden Planung 
und Design, Aufbau, Betrieb und Wartung des Netzes von nur einem 
Outsourcing-Partner übernommen. Das Mobilfunkunternehmen behält 
lediglich die Hoheit über die Technologiestrategie und die Festlegung
der Qualitätsparameter, um die Wettbewerbsvorteile auch langfristig 
sicherstellen zu können.
Jüngstes Beispiel für diesen Trend zum Outsourcing des 
Netzbetriebs ist in Deutschland der Preisbrecher E-Plus. Seit März 
betreibt Alcatel-Lucent einen großen Teil des E-Plus-Netzes und hat 
in diesem Zusammenhang 750 Mitarbeiter von E-Plus übernommen. Weitere
prominente internationale Beispiele sind Bharti in Indien, H3G in 
Italien und Großbritannien sowie One in Österreich. Begonnen wurde 
die Ausgliederung der Netze von kleineren Mobilfunkanbietern mit ein 
bis zwei Millionen Kunden. Jetzt ist das Thema auch für Betreiber von
über zehn Millionen Kunden kein Tabu mehr.
Ausschlaggebend für den Trend zum Outsourcing ist, dass die großen
Anbieter wie Ericsson, Nokia Siemens Networks und Alcatel-Lucent 
durch ihre zunehmende Erfahrung und steigende Anzahl an Aufträgen 
Kosteneinsparungen bieten können, die auch für große 
Mobilfunkunternehmen interessant sind. Die Dienstleister versuchen 
dabei, durch stringente Prozessoptimierung basierend auf 
internationalen "Best Practices", Zentralisierung von Aufgaben und 
die damit verbesserte Auslastung von Mitarbeitern und Material, über 
Länder und Mobilfunkunternehmen hinweg für nachhaltige 
Kosteneinsparungen zu sorgen. "Je nach ursprünglicher Effizienz des 
Mobilfunkunternehmens und Umfang des Outsourcings können bis zu 30 
Prozent der Betriebskosten eingespart werden", sagt Berater Terfloth.
Erfolgskritisch sind dabei das volle Verständnis der langfristigen 
Bedingungen und Auswirkungen der Outsourcing-Entscheidung sowie das 
Sicherstellen notwendiger Steuerungsmöglichkeiten, um die angepeilten
Leistungsparameter und Kostensenkungen auch dauerhaft durchsetzen zu 
können.
Der nächste Schritt: Network Sharing
Einen Schritt weiter als das Outsourcing geht das Network Sharing.
Hierbei werden Netzinfrastruktur und -betrieb von unterschiedlichen 
Mobilfunkunternehmen gemeinsam genutzt. Während Outsourcing eine 
klassische Kunde-Dienstleister-Beziehung nutzt, benötigt Sharing eine
Kooperation mit direkten Konkurrenten, um gemeinsame Synergieeffekte 
zu erzielen. Natürlich kann ein Netzwerkanbieter eine derartige 
gemeinsame Nutzung auch initiieren. Die möglichen 
Kostensenkungspotenziale beim Sharing umfassen nicht nur die 
Betriebskosten, sondern einen Großteil des Netzinvestitionsaufwands. 
"Die Zahl der parallelen Übertragungswege und doppelten 
Basisstationen ist trotz zumeist gemeinsam genutzter Standorte 
enorm", berichtet Oliver Wyman-Experte Terfloth. "Hier lassen sich 
nicht nur die Investitionen senken, sondern in der Folge auch 
laufende Kosten wie Mieten, Strom und Wartung. Kein Mensch würde 
verstehen, wenn wir in Deutschland vier Autobahnen von 
unterschiedlichen Betreibern hätten, die zum größten Teil auch noch 
parallel verlaufen."
Gerade dort, wo neue Infrastrukturen entstehen - vor allem bei den
neuen Netzen der 3. Generation (3G) -, sind laut der Oliver 
Wyman-Untersuchung Kostensenkungen von über 30 Prozent die Regel. 
Aber auch die Zusammenlegung bereits existierender GSM-Netze (2G) mit
dem Ziel, die Anzahl der Basisstationen zu verringern, ermöglicht 
eine Reduzierung der laufenden Kosten und der Ersatzinvestitionen um 
bis zu 25 Prozent. Zurzeit denken daher die meisten 
Mobilfunkbetreiber über Sharing-Möglichkeiten nach.
Allerdings birgt die Kooperation mit Wettbewerbern eine Vielzahl 
potenzieller Interessenskonflikte, die im Kooperationsvertrag 
berücksichtigt werden müssen. Dazu Mobilfunkexperte Zoll: "Die 
notwendige Harmonisierung von Netztechnik und -betrieb ist nur die 
eine Seite. Eine Netzwerkkooperation muss darüber hinaus den Split 
für potenzielle Zusatzkosten und Abschreibungen festlegen sowie 
Abfindungen und Ausgleichszahlungen regeln, vom möglichen 
Kundenverlust auf einer Seite über Netzabdeckungsprobleme bis hin zu 
gemeinsamen 'stranded investments'." Zu diesen aufwändigen 
Abstimmungen zwischen den Partnern kommt die strenge Beobachtung der 
Regulierungs- und Wettbewerbsbehörden. Sie wollen sicherstellen, dass
der Wettbewerb bei Service, Netzleistung und Roaming erhalten bleibt.
Die Struktur der Branche ändert sich
Derzeit nimmt Vodafone beim Network Sharing eine Vorreiterrolle 
ein. Anfang Februar 2007 gab das Unternehmen die gemeinsame Nutzung 
seiner 3G-Netzinfrastruktur mit Orange in Großbritannien bekannt. 
Diese Kooperation soll zudem auf die existierende 2G-Infrastruktur 
erweitert werden. In Spanien haben Vodafone und Orange bereits im 
letzten Jahr einen gemeinsamen Ausbau ihrer 3G-Infrastruktur 
vereinbart. Vorstellbar ist auch, beide Ansätze - Network Sharing und
Outsourcing - zukünftig zu kombinieren. So könnten zum Beispiel zwei 
bis drei Mobilfunkbetreiber ihre Netzinfrastruktur zusammenlegen und 
sie dann von einem Anbieter wie Ericsson oder Nokia Siemens Networks 
betreiben lassen.
Network Sharing und Outsourcing sind nicht für alle 
Mobilfunkunternehmen in allen Märkten einheitlich umsetzbar. Diese 
Entscheidungen müssen Mobilfunkunternehmen auf der Basis einer 
fundierten Analyse der internen und externen Ausgangslage, ihrer 
Prioritäten und Abwägung aller internen Alternativen treffen.
"Mobilfunkunternehmen müssen die Möglichkeiten zur Kostensenkung 
bei den Netzen nutzen, um wettbewerbsfähig zu sein", sagt Terfloth. 
"Doch je nach Ausgangslage und Unternehmensstrategie wird die ideale 
Lösung für jeden Mobilfunkanbieter und in jedem Markt anders 
aussehen." Netzwerkqualität etwa wird auch weiterhin ein 
entscheidendes Thema im Mobilfunk bleiben, die jedoch auch extern 
durch ein ausgefeiltes Dienstleistermanagement erbracht werden kann. 
"Wo interne Leistungen ersetzt werden, verändern sich immer auch 
Verantwortlichkeiten, Schnittstellen, Abstimmungen und Prozesse im 
gesamten Unternehmen - nicht nur bei der Technik", warnt Zoll. "Wenn 
das Gesamtkonzept nicht genau geplant ist, können vermeintlich 
schnell realisierbare Kostensenkungen ebenso schnell zum Gegenteil 
führen."
Oliver Wyman-Thesen zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im 
Mobilfunk
1. Outsourcing und Sharing des Netzes sind langfristige 
Entscheidungen mit großen organisatorischen und strategischen 
Auswirkungen. Hierfür sind klare Ziele unerlässlich. Eine reine 
Ausrichtung auf kurzfristige Kostensenkungen kann gefährlich sein.
2. Die möglichen Varianten für Netzausgliederung und -kooperation 
müssen fundiert analysiert werden. Die Auswirkungen auf die interne 
Struktur und Leistungsfähigkeit, externe Abhängigkeiten und 
Kostenunterschiede sind enorm.
3. Wer Outsourcing- oder Kooperationsgespräche beginnt, sollte 
seine Positionen bereits kennen. Vor allem die Zielstruktur des 
Prozess-, Steuerungs- und Zahlungssystems muss bereits im Voraus 
entwickelt werden.
4. Die Netzplattform muss auch weiterhin innovative und 
differenzierende Dienste ermöglichen - unabhängig davon, ob sie 
intern verwaltet, ausgegliedert, an Dritte vergeben oder mit 
Wettbewerbern gemeinsam betrieben wird.
5. Netzqualität bleibt ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Künftig 
ist sie nicht nur intern realisierbar, sondern auch über ein 
ausgefeiltes Dienstleistermanagement. Diese Fähigkeit wird eine 
notwendige Kernkompetenz für viele Mobilfunkanbieter.
ÜBER OLIVER WYMAN
Oliver Wyman ist eine führende Managementberatung mit 2.500 
Mitarbeitern in mehr als 40 Büros weltweit. Das Unternehmen verbindet
ausgeprägte Branchenspezialisierung mit hoher Methodenkompetenz bei 
Strategieentwicklung, Prozessdesign, Risikomanagement, 
Organisationsberatung und Führungskräfteentwicklung. Gemeinsam mit 
seinen Kunden entwirft und realisiert Oliver Wyman nachhaltige 
Wachstumsstrategien. Wir unterstützen Unternehmen dabei, ihre 
Geschäftsmodelle, Prozesse, Risikostrukturen und Organisationen zu 
verbessern, ihre Abläufe zu beschleunigen und ihre Marktchancen 
optimal zu nutzen. Oliver Wyman ist Teil der Marsh & McLennan 
Companies (NYSE: MMC). Weitere Informationen finden Sie unter 
www.oliverwyman.com.
Auch in den deutschsprachigen Ländern gehört Oliver Wyman zu den 
führenden Strategieberatungen mit überdurchschnittlichen 
Wachstumsraten. In den Oliver Wyman-Büros in München, Frankfurt, 
Düsseldorf, Hamburg und Zürich arbeiten 430 Mitarbeiter für die 
führenden Unternehmen aus den Branchen Automobil, Einzelhandel, 
Fertigungsindustrie, Finanzdienstleistungen, Luft- und Raumfahrt, 
Maschinen- und Anlagenbau, Medien, Telekommunikation und Transport. 
Sie werden durch ein weltweites Expertennetz unterstützt, um für jede
Aufgabe das beste Team stellen zu können.

Pressekontakt:

Ansprechpartner

Pierre Deraëd
Director Corporate Communications
Oliver Wyman
Marstallstraße 11
80539 München
Tel.: 089.939 49 599
Fax: 089.939 49 515
pierre.deraed@oliverwyman.com
www.oliverwyman.com

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