Boehringer Ingelheim GmbH

Coffein in Schmerzmitteln: Vom Buhmann zum geachteten Partner

    Ingelheim (ots) - Medikamente gegen Kopfschmerzen zählen zu den
Klassikern der Arzneitherapie. Die Erklärung dafür, wie diese
Wirkstoffe gegen Schmerzen wirken, blieben Wissenschaftler -
abgesehen von der Entschlüsselung des Wirkmechanismus der
Acetylsalicylsäure - Ärzten und Patienten jedoch lange Zeit schuldig.
Im vergangenen Jahr konnte der Zellbiologe Bernd L. Fiebich, Leiter
des Neurochemischen Labors I an der Psychiatrischen
Universitätsklinik Freiburg, die Wirkweise von Paracetamol
nachweisen. Noch spannender als diese Entdeckung ist die
Entschlüsselung der Rolle des Coffeins in der Schmerztherapie, an der
Fiebich ebenfalls maßgeblich beteiligt ist. Seine Ergebnisse stellte
er auf dem Pressegespräch "Kombinierte Wirksamkeit mit Coffein gegen
Kopfschmerz und Migräne" in Istanbul Ende Juni vor.
    
    Dass Coffein ein sinnvoller Bestandteil von Schmerzmitteln ist,
wurde bereits in mehreren klinischen Studien gezeigt - doch bisher
wusste niemand, warum das der Fall ist. Es unterstützt nicht nur die
Wirksamkeit der anderen Substanzen, sondern entfaltet auch einen
eigenständigen schmerzlindernden Effekt. Coffein ist seit Jahrzehnten
ein fester Bestandteil von vielen Kombinationsschmerzmitteln. Lange
Zeit stand es jedoch im Verdacht, den Konsum von Schmerzmitteln zu
erhöhen. Außerdem wurde Kombinationsanalgetika unterstellt, rasch
einen Dauerkopfschmerz auszulösen und ihre Wirksamkeit galt als nicht
ausreichend belegt. Neue Studien, die den strengen Anforderungen der
Evidence-based Medicine genügen, haben jedoch zu einer positiven
Bewertung der coffeinhaltigen Kombinationen geführt. PD Dr. Stefan
Evers, Neurologische Klinik der Universität Münster, gab in Istanbul
einen Überblick über den Stellenwert der Kombinationsschmerzmittel
und die aktuellen Empfehlungen der Fachgesellschaften.
    
    So wurde die Kombination aus ASS, Paracetamol und Coffein, die in
den Vereinigten Staaten als Excedrin(TM) und in Deutschland als
Thomapyrin(R) im Handel ist, in Amerika als einziges frei
verkäufliches Schmerzmittel zur Behandlung der Migräne zugelassen.
Von der American Academy of Neurology wird diese Kombination sogar
als Mittel der ersten Wahl gegen leichte bis mittelschwere Migräne
empfohlen. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft hat in
ihren Empfehlungen ebenfalls ASS plus Paracetamol plus Coffein als
einzige Kombination positiv besprochen und anerkannt, dass die
Wirksamkeit dieser Kombination bewiesen sei - im Unterschied zu allen
anderen erhältlichen Kombinationsanalgetika.  
    
    Auch die Diskussion um das Abhängigkeitspotenzial von Coffein kann
als abgeschlossen betrachtet werden. Das zeigten die Ausführungen von
Dr. Bernhard Aicher, Medizinisch-wissenschaftliche Abteilung,
Boehringer Ingelheim Pharma. In einer amerikanischen
Doppelblind-Studie mit über 2.000 Patienten, die entweder eine
coffeinhaltige Kombination oder ein Monopräparat gegen Kopfschmerzen
ohne Mengenbegrenzung einnehmen konnten, zeigte sich kein Unterschied
zwischen den Gruppen. Diejenigen, die Zugriff auf die coffeinhaltige
Kombination hatten, nahmen nicht häufiger Schmerzmittel ein als die
Verwender von coffeinfreien Monopräparaten.
    
ots Originaltext: Boehringer Ingelheim Pharma KG
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Quelle:
Pressegespräch anlässlich des World Congress of the World Institute
of Pain
Kombinierte Wirksamkeit mit Coffein gegen Kopfschmerz und Migräne

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