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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Anschlag in Istanbul

Bielefeld (ots) - Das Regime des türkischen Präsidenten Erdogan hat sich über die Jahre seiner Herrschaft viele neue (alte) Feinde gemacht. So viele, dass die Tätersuche nach dem Anschlag in Istanbul in alle Richtungen zielt: Der »Islamische Staat« kommt für das Attentat ebenso in Betracht wie linksradikale Terroristen und kurdische Extremisten.

Erdogan wird die Geister, die er mit seiner autokratischen Politik rief, nicht los. Der Terror wird die Türkei so lange begleiten, wie der Präsident gesellschaftliche Gruppen ausgrenzt und mit pseudo-demokratischen Beschlüssen kriminalisiert.

Erdogans Reaktion auf den Anschlag lässt befürchten, dass sich die Gewaltspirale weiterdrehen und Regimegegner unter Druck setzen wird. Vor diesem Hintergrund darf es keine pauschale Visafreiheit der EU für türkische Staatsbürger geben. Sie wäre für Erdogan ein willkommenes Instrument, um Kurden und andere ihm missliebige Bevölkerungsgruppen loszuwerden - und die Konflikte nach Europa zu exportieren, wo Millionen Türken leben, die mit Erdogan sympathisieren.

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