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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu dem Auschwitz-Prozess

Bielefeld (ots) - 13 Verhandlungstage hat die Kammer unter Vorsitz von Richterin Anke Grudda sachlich, fair und unaufgeregt den Prozess geführt - angesichts der Schilderung grauenhaftester Verbrechen keine leichte Aufgabe. Auch am 14. Tag ist das Gericht dieser Linie treu geblieben. Dennoch mag man ob der Ablehnung des Zeugen Kaufman Zweifel bekommen. Die Vorsitzende Richterin sagt selbst, dass der Detmolder Prozess »ein besonderer« sei. Tatsächlich könnte es die letzte juristische Aufarbeitung zur Tötungsfabrik Auschwitz in der Geschichte sein. Sollte da nicht ein deutsches Gericht den vielleicht letzten Überlebenden, der die Toten aus den Gaskammern getragen hat, anhören müssen? Selbst die Verteidigung hatte aus Respekt vor dem Holocaust-Überlebenden nichts dagegen. Stattdessen verwies das Gericht mit Blick auf den überraschend erschienenen Mann aus den USA auf die Strafprozessordnung. Vielleicht entschied das Gericht auch so, weil ein Boulevard-Blatt Kaufmans Auftritt im Vorfeld lanciert hatte. Dadurch wollte man sich nicht unter Druck setzen lassen. So, wie es kein Gericht darf. Dennoch: Die Reaktionen im Ausland werden verheerend sein. Dabei dürfte untergehen, dass der Befangenheitsantrag einiger Nebenklageanwälte überzogen, ja absurd ist.

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