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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Lehrerbefragung

Bielefeld (ots) - Eine Schulklasse ist wie die Gesellschaft im Kleinen, und Lehrer sind wie Seismografen: Was in einem Land passiert, bekommen sie hautnah mit und ab. So wie den Zustrom von Flüchtlingen, der die Bundesländer, Kommunen und Schullandschaft vor eine harte Belastungsprobe stellt. Deshalb sollten die Klagen der Lehrergewerkschaft in der Forsa-Umfrage nicht einfach als das übliche Klientelgestöhne abgetan werden. Wenn die Lehrer mehr Personal für die Integration von Flüchtlingskindern anmahnen, spiegeln sie die Erfahrungen aus der Praxis wider.

Mag sich die Politik in diesem Punkt damit rechtfertigen, selbst überfordert zu sein, sind andere Probleme hausgemacht. Wer digitales Lernen fordert und sich Inklusion auf die Fahnen schreibt, muss für eine ausreichende technische und personelle Ausstattung sorgen. Wenn nicht, wird er unglaubwürdig. Das gilt für Unternehmen genauso wie für Landesregierungen.

Weil hohe Anforderungen und reale Bedingungen auseinanderklaffen, sinkt die Attraktivität des Lehrerberufes. Der Markt sei leergefegt, beklagt die Gewerkschaft VEB. Das ist ein Alarmzeichen. Wir brauchen hochmotivierte Lehrer, denn sie sind nicht nur Seismografen, sondern auch wichtige Gestalter in der Gesellschaft.

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