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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Annette Kurschus' Wahl zur EKD-Vizevorsitzenden

Bielefeld (ots) - Mit ihrer brennenden Begeisterung für die Sache Jesu hatte sie vor vier Jahren die Synode der Landeskirche überzeugt. Die Mitglieder wählten Annette Kurschus als erste Frau an die Spitze der westfälischen Protestanten. Ihre Botschaft kommt bundesweit an: Jetzt ist Annette Kurschus die ranghöchste Repräsentantin aller evangelischen Christen in Deutschland. Noch nie hatte ein leitender Theologe aus Westfalen ein höheres Amt in der EKD inne.

Bei einer Frau in einer solchen Position kommt zwangsläufig der Vergleich zur früheren Ratsvorsitzenden Margot Käßmann auf. Der ist allerdings vollkommen unangebracht. Die zierliche Frau aus dem Siegerland meidet das mediale Rampenlicht, will die Menschen mit leisen Tönen für den Glauben und ihre Kirche gewinnen. Im Duett mit dem im Amt bestätigten EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm, ein Mann klarer, nicht selten umstrittener politischer Aussagen, kann die charismatische Verkünderin Kurschus etwas schaffen, was angesichts sinkender Mitgliederzahlen in den Landeskirchen eine gewaltige Aufgabe ist: Menschen wieder für den Glauben begeistern.

Mit dem zu erwartenden Rückenwind des Reformationsjubiläums 2017 eine große Chance. Mit Kurschus' Wahl könnte der erste Schritt getan sein.

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