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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Portugal nach der Wahl

Bielefeld (ots) - Bundeskanzlerin Angela Merkel wird das Wahlergebnis in Portugal gar nicht gefallen. Ministerpräsident Pedro Passos Coelho gilt wie sie als Verfechter einer konsequenten Sparpolitik, was ihm bei den Linken im Land den Vorwurf einbrachte, deutscher zu sein als die Deutschen. Gern hat man in Berlin auf den angeblichen Musterschüler in Lissabon hingewiesen, wenn gleichzeitig mangelnder Sparwille in Athen kritisiert wurde.

In den letzten Jahren hat Passos Coelho beim Kürzen von Ausgaben und Erhöhen von Steuern wie der Mehrwertsteuer aber den Bogen überspannt. Immer mehr Portugiesen sind mittlerweile auf Lebensmittelspenden angewiesen, immer mehr junge Leute verlassen mangels Perspektiven das Land, das früher als »Armenhaus Europas« galt und auch heute trotz einiger wirtschaftlicher Fortschritte anfällig für Finanzkrisen ist.

Das Bündnis »Portugal à Frente« hat seine Mehrheit verloren, die Regierungsbildung wird schwierig. Die linken Kräfte wittern Morgenluft und ihr Erfolg wird Podemos in Spanien Auftrieb geben. Die linke Protestpartei hält wie ihr griechisches Pendant Syriza nicht viel von harten Sparprogrammen. In Spanien wird Ende des Jahres gewählt - nicht nur Angela Merkel ist schon jetzt auf das Ergebnis gespannt.

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