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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Türkei

Bielefeld (ots) - Der türkische Staat hat den Friedensprozess mit dem kurdischen Teil seiner Bevölkerung beendet. Und Ankara hat trotzdem von der Nato bekommen, was es wollte: die Rückendeckung der Bündnis-Partner. Das mag angesichts der Gewalteskalation im türkisch-syrischen Grenzgebiet und der oft undurchschaubaren Gemenge-Lage zwischen Kurden und Islamisten nachvollziehbar sein. Aber das Bündnis muss wissen, dass die Türkei diesen Schulterschluss auf ihre Weise interpretieren wird. Ankara nimmt keineswegs den »Islamischen Staat« ins Visier, sondern die Kurden. Den neuen Schub, den sich vor allem US-Präsident für den Kampf gegen die IS-Schlächter von dem Einsatz Ankaras erwartet, gibt es nicht. Die ohnehin schwierige Mehr-Fronten-Situation in der Region wird von sofort an nicht klarer, sondern unübersichtlicher. Und damit noch gefährlicher. Weil Washington sich mit einem Partner verbündet hat, der mit seinen Aktionen dafür sorgt, dass niemand mehr weiß, wer Freund und wer Feind ist. Es ist zwar richtig, dass der Plan einer vom IS befreiten Pufferzone zwischen Syrien und der Türkei sinnvoll und ein großer Sieg über die Extremisten wäre. Doch die Gefahr, dass dieses Vorhaben im Blut aller Seiten untergeht, bleibt groß.

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