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Westfalen-Blatt: zu Militäreinsätzen gegen Schleuser

Bielefeld (ots) - Fregatten und U-Boote gegen Nussschalen: Die EU sagt den Schleusern, die für viel Geld verzweifelte Menschen aus Syrien oder Libyen wie Vieh auf abgetakelten Schiffen zusammenpferchen und vor Italiens Küste ihrem Schicksal überlassen, den Kampf an. Erst sollen Wege und Strategien der Banden ausgeforscht, dann die Schiffe selbst zerstört werden. Mit dieser Politik will die EU Schleuser abschrecken und gegenüber der eigenen Bevölkerung, die zu viele Einwanderer fürchtet, Entschlossenheit demonstrieren. Gelingt die Abschreckung, werden automatisch weniger Flüchtlinge in Lampedusa und anderswo stranden, denn Schleuser waren die einzige Möglichkeit, die Festung Europa zu überwinden. Gleichwohl sind Menschenschmuggel lukrativ und das Meer groß, und deshalb werden die Schmuggler nicht so schnell aufgeben. In jedem Fall lenken Militäreinsätze vom wahren Flüchtlingsproblem ab. Die Ursachen müssen in den Ländern direkt bekämpft, der Druck auf die Bürgerkriegsparteien etwa in Syrien erhöht werden. Die Schleuserbanden sind nicht die Schuldigen, sondern »nur« die Profiteure der Machtkämpfe. Aber im Gegensatz zu ihnen scheut die westliche Welt Militäreinsätze gegen das Assad-Regime.

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