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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Bundesliga-Abstieg des SC Paderborn

Bielefeld (ots) - Absteigen ist für Sportler kein Spaß. Einen Absteiger zu feiern, kommt nicht alle Tage vor. Die Paderborner Fans haben genau das getan - danke an den SCP für eine aufregende Saison in der Bundesliga. Hätte ohnehin kaum jemand erwartet, es könnte vielleicht auch länger gehen. Am Ende waren andere besser, und alle, die im Profifußball unterwegs sind, wissen: Vielleicht nimmt es die Tabelle mit der Wahrheit zwischendurch nicht immer so genau, zum Schluss aber schon.

Auch der Neuling hat das einsehen müssen. Unter dem Strich steht Platz 18. Die nüchterne Betrachtung ergibt, dass die Mannschaft ihr Pulver zu früh verschossen hatte und das Nachladen schwer fiel. Ein Rückblick auf den elften Spieltag: Zuhause gelingt ein 3:1 gegen Hertha BSC, es ist der vierte Saisonsieg, der mit Platz sieben honoriert wird. 16 Punkte und 16:13-Tore zieren das Neulingskonto.

Ein Traumstart, der trügt: Nur noch 15 Punkte in den 23 weiteren Spielen kommen hinzu, nur noch drei Erfolge, dazu 15:52-Tore. Der Absturz vollzieht sich langsam, aber stetig. Nach dem letzten Abpfiff teilt der Klub nun das Los bekannter Vorgänger. Braunschweig, Greuther Fürth, Düsseldorf oder St. Pauli - das sind jene, die sich in den vergangenen Jahren auch nicht länger halten konnten als zwölf Monate. Es ist auch sehr schwer.

Größeren Respekt als der SCP muss sich ein Neuling allerdings erst einmal verdienen. Die vermeintlich Chancenlosen bringen die Sympathien zwar meistens auf ihre Seite, die Paderborner benötigten diese allerdings nicht als Mitleidsbonus. Wer sie als versehentlichen Gast in einer Spielklasse missachten wollte, in der sie nichts zu suchen hatten, wurde eines Besseren belehrt. Wahrscheinlich nahm auch kein Team häufiger Komplimente und Schulterklopfen entgegen.

Dabei störte mitunter das eigene, zu oft verbreitete Gerede über die größte Außenseiterposition in der Bundesligageschichte, denn Paderborn kam schon aus stabilen Verhältnissen nach oben, hätte bereits 2013 fast die Relegation erreicht und musste darum auch nicht erst auf der deutschen Liga-Landkarte verankert werden. Gutes Ballspiel gibt es auch in der Provinz, ein erstklassiges sogar, wenn auch nur für kurze Zeit. Richtig bleibt, dass es mit Paderborn und auch dem SC Freiburg schon jene beiden erwischte, die sich mit den bescheidensten Bedingungen zu arrangieren hatten.

Der SCP wird sich mit gestiegener Reputation daran machen, die Trainerpersonalie Breitenreiter zu klären und mit ihm oder ohne ihn eine aussichtsreiche Zweitliga-Formation an den Start schicken. Zu einem Sturzbach weiteten sich die Tränen nach dem Abstieg auch nicht aus. Die zweite Liga taugt als attraktive Veranstaltung mit ambitionierter Ostwestfalen-Beimischung. Die Paderborner mögen sich gerade nicht freuen darüber, Arminia Bielefeld sicher schon: Die Region hat ihr Derby wieder.

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