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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Fall Middelhoff

Bielefeld (ots) - Einst Fluch, jetzt Hilfe? Der Name, sein Handeln und Auftreten haben Thomas Middelhoff im Herbst ein Urteil eingebrockt, das Fachleute fast durch die Bank als »hart« bezeichnen. Als das Gericht den früheren Top-Manager zu drei Jahren Haft verurteilte wegen Untreue in 27, Steuerhinterziehung in drei Fällen und einem Schaden von 500 000 Euro, war seine exponierte Stellung ganz sicher kein Vorteil. Middelhoffs rasanter Absturz hatte seinen dramatischen Tiefpunkt erreicht, als ihn die Richter sofort ins Gefängnis schickten. Weitere Nackenschläge folgten: Privatinsolvenz, erfolglose Anträge auf Freilassung, Erkrankung in der Haft. Damit Middelhoff jetzt zumindest vorläufig freikommen kann, war seine Prominenz nicht nachteilig. Mit dem Vorwurf des »massiven Schlafentzugs« traten seine Anwälte eine öffentliche Diskussion los, wie sie kaum ein anderer Häftling hätte entfachen können. Möglich, dass das Gericht auch deshalb letztlich ein Stück von seiner Linie abwich. Mitleid ist im Fall Middelhoff fehl am Platz, Häme aber auch. Er ist gestraft, hat gebüßt - ob weitere Zeit in Haft hinzukommt, entscheiden wieder Gerichte.

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