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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Flüchtlingskatastrophe

Bielefeld (ots) - Nein, man soll Unglücksfälle nicht gegeneinander aufrechnen! Beim Absturz des Germanwings-Flugzeugs in den französischen Alpen kamen am 24. März 150 Menschen ums Leben. Seitdem lassen uns die Trauer und die Fragen nach der Ursache und Schutz vor einer Wiederholung zu Recht nicht in Ruhe.

Gestern starben vor Lampedusa mehr als 400 Bootsflüchtlinge. Wie lange werden wir diesmal trauern? Wie lange werden die europäischen Politiker diesmal sagen, dass der Massenmord untragbar ist? Ja, es ist Massenmord. Sehenden Auges lässt Europa zu, dass sich hunderte Afrikaner auf Nussschalen zwängen, um ein neues und, wie sie meinen, besseres Leben zu führen.

Man kann auf die Schlepper, die mal »Fluchthelfer« hießen, schimpfen. Man kann Klage führen gegen die Wirtschaftsflüchtlinge. Das wird aber kein Unglück verhindern.

Dabei braucht Europa doch Arbeitskräfte. Warum also nicht legale Einwanderungsmöglichkeiten schaffen und im Übrigen die afrikanische Wirtschaft stützen - statt sie durch fragwürdige und oft subventionierte Exporte von Hähnchenfleisch bis Elektroschrott zusätzlich zu ruinieren?

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