Westfalen-Blatt

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum »Menschen-Museum« von Gunther von Hagens

Bielefeld (ots) - Gunther von Hagens entzieht menschlichen Körper(teile)n das Wasser und ersetzt es durch Kunststoff. Warum? Weil er es kann. Einen anderen Grund gibt es nicht, auch wenn der Anatom behauptet, man könne von seinen Plastik-Leichen viel über das Leben lernen. Die Zurschaustellung von Muskeln und Sehnen ist ekelhaft. Menschen, die sich das ansehen (in Berlin nur wenige), beweisen kaum das Gegenteil - sie zelebrieren den Ekel bloß als modischen Chic. Und Zeitgenossen, die anderen gestatten, ihren Körper post mortem zu begaffen, wird man eine narzisstische Störung diagnostizieren dürfen. Wenn es nicht gar Alkoholiker im Endstadium waren, ihrer Sinne bei der Einverständniserklärung kaum mehr mächtig: Diese unanständige Praktik hat man Hagens schon früher nachgewiesen. Zellen, die statt Wasser Plastik enthalten, gehen nicht mal als Kunst durch. Paragraph 14 des Berliner Bestattungsgesetzes legt fest: »Leichen dürfen nicht öffentlich ausgestellt werden.« Auch nicht im Fernsehturm. Man beerdige die von einem Egomanen missbrauchten Opfer und lasse sie in Frieden ruhen.

Pressekontakt:

Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Westfalen-Blatt

Das könnte Sie auch interessieren: