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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu neuen Arzneimitteln

Bielefeld (ots) - Die Entwicklung neuer Medikamente dauert lange und kostet viel Geld. Richtige Kassenschlager wie zum Beispiel Aspirin sind selten. Um die Investitionskosten wieder hereinzubekommen und Geld zu verdienen, hübscht die Pharmaindustrie den Wert neuer Medikamente durch Scheininnovationen auf. Am Ende soll der Preis für die Medikamente möglichst hoch sein. Was betriebswirtschaftlich verständlich sein mag, grenzt an Verdummung der Patienten und Betrug an Krankenkassen. Ein neues Präparat hilft Kranken nur dann, wenn es wirksamer und schneller gesund macht oder Nebenwirkungen dämpft oder beseitigt. Alles andere erinnert an potemkinsche Dörfer, an schöne, neue Fassaden also, hinter denen nichts steckt. Im Sinne eines finanzierbaren Gesundheitssystems müssen Krankenkassen bei den Medikamenten die Spreu vom Weizen trennen. Und die Ärzte sollten sich die Zeit nehmen, sich über Pillen mit fragwürdigem Zusatznutzen gründlich zu informieren. Denn Patienten können eines garantiert nicht gebrauchen: dass man ihnen bei ihrer Krankheit falsche Hoffnungen macht.

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