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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Samenspende-Urteil

Bielefeld (ots) - Erwachsene entscheiden sich ganz bewusst für eine Samenspende. Sie tun es mit dem Wissen, dass dadurch ein Kind gezeugt wird. Die Beweggründe sind unterschiedlich, aber mit den unmittelbaren Folgen dieser Entscheidung leben die Kinder. Deshalb wiegt ihr Interesse mehr als das ihrer biologischen Eltern. So sieht es auch der Bundesgerichtshof. Zu erfahren, welche Eigenschaften man von Mutter und Vater geerbt hat, ist ein wichtiger Baustein der Identitätsfindung - unabhängig vom Alter. Wenn ein Kind also den Wunsch hegt, mehr über seine Herkunft zu erfahren, darf dieses nicht durch behördliche Auflagen verstellt werden.

Mehr Offenheit ist deshalb nötig - sowohl im Umgang mit den Kindern als auch mit den Samenspendern. Seit 2007 müssen sie darüber aufgeklärt werden, dass von ihnen gezeugte Kinder später den Kontakt suchen könnten. Gleichzeitig muss ein rechtlicher Rahmen für diese Männer geschaffen werden, der Unterhaltsforderungen und Erbschaftsfragen klärt. Andernfalls werden viele nicht mehr bereit zu einer Spende sein. Und diese ist manchmal die letzte Hoffnung für kinderlose Paare.

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