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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Automesse in Detroit

Bielefeld (ots) - Mercedes-Chef Dieter Zetsche vergleicht die Auto-Show in Detroit mit einem Thermometer. Man könne in den Messehallen hier im kalten Nordamerika sehr gut ablesen wie die Stimmung sei. Glaubt man seinen Worten, bietet die Atmosphäre beste Voraussetzungen für ein erneut erfolgreiches Jahr in der Autoindustrie. Und das nach einem 2014, in dem bereits so gut wie alle Hersteller Rekorde feiereten. Vor allem der VW-Konzern hat allen Grund zum Jubeln. Das von Vorstandschef Martin Winterkorn im Jahr 2007 verkündete Ziel, die Schallmauer von zehn Millionen verkauften Autos bis 2018 zu erreichen, wurde bereits vier Jahre eher erreicht. Ein Erfolg, der umso höher zu bewerten ist, da die Kernmarke Volkswagen auf dem US-Markt schwächelte und die Talsohle dort noch längst nicht durchschritten ist. Dessen ungeachtet haben die anderen Marken des Konzerns in den USA, in China und Europa mächtig zugelegt. Allen voran Audi und Porsche. Gerade Porsche schwimmt seit Jahren auf einer Welle des Erfolgs - was weniger an den Sportwagen liegt, sondern an den Geländewagen und sportlichen Limousinen. Die Gründe dafür liegen an den Begehrlichkeiten der Kunden in China und den USA: Bei ihnen stehen die SUV ganz oben auf der Liste. Das wissen auch die Strategen von BMW und Mercedes. Sie bauen ihr Portfolio entsprechend aus. Dieter Zetsche etwa kündigte für 2015 vier neue oder überarbeitete SUV an. Apropos USA: Es ist nicht einmal fünf Jahre her, dass die gesamte Branche froh war, gut zehn Millionen Autos pro Jahr dort verkauft zu haben. 2014 waren es bereits 16,4 Millionen Fahrzeuge - sechs Prozent mehr als 2013. Der Anteil der deutschen Hersteller daran lag bei 1,4 Millionen Wagen - mit einem Gesamtwert von 20 Milliarden Euro. Jedes siebte Auto, das aus Deutschland exportiert wird, geht in die USA. Amerika ist damit wertmäßig die Nummer eins im Autoexport für die deutschen Autobauer. Die Situation von VW aber zeigt, dass hier noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Gespannt dürfte die westliche Autoindustrie nach China blicken. Die dort verhängten Strafen wegen Preisabsprachen und Verstößen gegen das Monopolgesetz tun weh. Zudem müssen die Händler aufgrund der härter werdenden Preiskämpfe mit sinkenden Margen leben. Das Ziel der chinesischen Regierung dürfte sein, die Fahrzeugpreise weiter zu drücken - möglichst auf US-Niveau - und damit so viele Hersteller wie möglich dazu zu bewegen, Autos für China auch in dem Land zu produzieren. Eine Richtung, die die deutschen Hersteller bereits eingeschlagen haben. So haben die deutschen Hersteller im Jahr 2014 etwa 60 Prozent ihrer 14,8 Millionen Autos außerhalb Deutschlands hergestellt. Da die Arbeitsplätze gerade in der Autoindustrie dennoch relativ sicher sind, sollte das die Stimmung bei uns in Deutschland keinesfalls trüben.

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