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Westfalen-Blatt: Fußball: Clemens Tönnies schließt "Schalke AG" nicht mehr aus

Bielefeld (ots) - Schalke-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies hält angesichts der finanzstarken Bundesliga-Konkurrenz die Umwandlung des Vereins in eine Kapitalgesellschaft für eine Option. Gegenüber dem WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) sagte Tönnies auf die Frage, ob es eine Schalke AG geben wird, um mithalten zu können: "Wir werden genau beobachten, wie sich die Liga verändert. Etwa wenn Red Bull Leipzig als weiterer, ganz starker Akteur auftritt." Schalke müsse sich womöglich bald die Frage stellen, welche Schlüsse aus der Entwicklung zu ziehen sind. Tönnies: "Wenn wir uns mit Bayern, Dortmund, Red Bull, Leverkusen oder Wolfsburg vergleichen, sind wir der letzte Dino, der ein Verein ist. Wir müssen das beobachten und dann sehen: Haben wir Handlungsdruck das zu verändern? Das müssen dann jedoch die Mitglieder entscheiden, nicht Clemens Tönnies. Ich liebe diesen Verein so, wie er ist." Die Entlassung von Trainer Jens Keller vor Wochenfrist begründet Tönnies damit, dass die Zweifel überwogen hätten, dass sich der Erfolg dauerhaft wieder einstellt. Nachfolger Roberto Di Matteo sei ein "hervorragender Trainer". "Das ist einer, der passt. Wir haben lange gesucht. Ich bin überzeugt, dass Roberto für den konstanten Erfolg sorgen wird, den wir brauchen", sagt Tönnies. "Das wird vielleicht jetzt nicht gleich gegen Hertha knallen, das kann dauern", schränkt der Klubboss ein. "Wir haben nur nicht allzu lange Zeit." Denn das Ziel bleibe natürlich unverändert die erneute Qualifikation für die Champions League. "Auch deswegen haben wir jetzt reagiert." Den Traum von der ersten Meisterschaft für Schalke seit 1958 schreibt Clemens Tönnies nicht ab: "Wenn wir alles richtig machen, dann haben wir eine Chance in einem Jahr, in dem Bayern strauchelt. Fragen Sie mich aber nicht, wann das ist, da setzen wir uns nicht unter Zeitdruck." Der Besuch beim wegen Steuerhinterziehung inhaftierten früheren Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß während eines Freigangs am Samstag sei "sehr berührend gewesen", sagt Tönnies. "Ich habe mich auf den Uli wahnsinnig gefreut." Es sei ein rein privater Besuch in Hoeneß' Haus am Tegernsee gewesen, "auch wenn wir natürlich über Fußball gesprochen haben".

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