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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Organspendeskandal

Bielefeld (ots) - Als Schüler haben wir folgende Frage diskutiert: Wäre man bereit, auf einen Knopf drücken, wenn man dadurch zum Millionär würde und in China ein Mensch tot umfiele? Genau um diese Frage geht es im jüngsten Organspendeskandal. Ein Arzt, der für seinen Patienten das Beste will und ihn durch eine Manipulation der Warteliste rettet, tötet dadurch vielleicht irgendwo in Europa einen wildfremden Patienten, zu dem er keine Beziehung hat. Ist das den Ärzten, die jetzt unter dem Manipulationsverdacht stehen, eigentlich klar? Zumindest dem Staatsanwalt ist es klar, denn er ermittelt wegen Totschlagsverdachts. Jedes Jahr sterben Hunderte auf den unterschiedlichsten Wartelisten, weil es nicht genug Spenderorgane gibt. Da sollte zumindest sichergestellt sein, dass Eurotransplant die wenigen Organe gerecht verteilt - und jeder die gleiche Chance hat. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass es manipulierenden Ärzten gar nicht um ihren Patienten geht, sondern um ihr Renomee oder das ihrer Klinik. Das wäre ein Abgrund, in den man nicht schauen möchte, der sich aber jederzeit auftun kann.

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