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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den Jesiden-Demos

Bielefeld (ots) - Wenn Männer systematisch bestialisch getötet werden, wenn Frauen verschleppt, vergewaltigt und umgebracht werden, wenn Familien aus blanker Angst um ihr Leben in die Wildnis fliehen - dann müsste die Weltgemeinschaft doch eigentlich aufstehen. Dann müssten in Deutschland Kirchen und Menschenrechtsorganisationen so lange auf die Straße gehen, bis die Politik etwas tut. Aber das passiert nicht. Jesiden demonstrieren überall in Deutschland, und sie bleiben weitgehend unter sich. Ist der Irak zu weit weg? Das kann nicht der Grund sein, denn gegen die Golfkriege sind Hunderttausende auf die Straßen gegangen. Oder fehlt es am richtigen Feindbild? Gegen die USA lassen sich leicht Demonstranten finden, aber gegen den »Islamischen Staat«? Vielleicht tut sich mancher auch schwer mit seiner Unterstützung, weil etliche kurdische Jesiden die Demonstrationen in den letzten Tagen genutzt haben, um für den früheren PKK-Chef Abdullah Öcalan zu werben. Auch die Angriffe auf Polizisten in Bielefeld werden die Solidarität nicht fördern.

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