Westfalen-Blatt

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Millionenstrafen für Wursthersteller

Bielefeld (ots) - Preisabsprachen zu Lasten des Verbrauchers - das muss geahndet werden. Aber ob bei den Millionenstrafen im Wurstkartell noch die Verhältnismäßigkeit gewahrt ist - daran lässt sich zweifeln. Zwei Fragen bleiben unbeantwortet: Wie sehr konnten sich die betroffenen Unternehmen durch ihre wie auch immer gearteten Absprachen tatsächlich bereichern? Und: Wieviel hat der Bürger für seine Salami tatsächlich mehr bezahlt? Klar ist: Die Wursthersteller haben schon bessere Zeiten erlebt. Derzeit sind ihre Erträge mickrig. Die Absprachen haben also offenbar nichts gebracht. Und dass Wurst oder auch Fleisch zuletzt deutlich teurer geworden sind, kann man auch nicht sagen. Die saftigen Geldstrafen sind für die meist mittelständisch geprägten Firmen äußerst schmerzhaft. Niemand kann wollen, auch das Kartellamt nicht, dass möglicherweise Existenzen und Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Daher ist es nachvollziehbar, dass die Unternehmen jetzt den Klageweg beschreiten. Buße für ein Unrecht ist richtig. Dabei muss aber Augenmaß gewahrt bleiben.

Pressekontakt:

Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Westfalen-Blatt

Das könnte Sie auch interessieren: