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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Ägypten

Bielefeld (ots) - Mehr als 1200 Angeklagte, 683 Todesurteile vor einem Monat, gestern weitere 529 Höchststrafen, zugleich 492 Umwandlungen in lebenslänglich: Es ist nicht einfach bei der Brutalo-Justiz in Oberägypten die Übersicht zu behalten. Auch dürfte der Mufti in Kairo als oberster Religionsrichter noch einmal eingreifen. Weiteren Kandidaten könnte der Galgen erspart bleiben. Allerdings: Überleben in ägyptischen Gefängnissen, das gelingt oft nur mit Bestechung.

Wie auch immer: Der Umgang - letztlich der Militärs - mit politischen Gegnern ist absolut inakzeptabel. Die neue Führung sinkt soeben auf das Niveau der gestürzten Vorgänger ab. Ja, die Angeklagten, haben offenbar blindlings gewütet und auch getötet. Aber: Ein Rechtsstaat unterscheidet, wer Aufwiegler und wer Mitläufer war. Nichts davon hat es in diesem Schnellprozess gegeben. Außerdem: Die Todesstrafe kommt überhaupt nicht infrage.

Längst gehen die Militärs auch gegen Aktivisten vom Tahrirplatz vor. Sie treten den arabischen Frühling mit dem selben Stiefel wie das islamistische Roll Back. Was bleibt, ist die Saat für neuen Terror.

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