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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Fall Hoeneß

Bielefeld (ots) - Als der Hoeneß-Prozess am Montagmorgen begann, glaubte die Staatsanwaltschaft noch, der FC-Bayern-Boss habe 3,5 Millionen Euro hinterzogen. Nur Stunden später lag die Summe bei 18,5 Millionen Euro, und gestern schnellte sie auf 27,2 Millionen. Und heute? Er sei kein Sozialschmarotzer, hatte Hoeneß am Montag verkündet, doch spätestens jetzt muss man fragen: Wenn nicht Hoeneß, wer dann? Wer 27 Millionen Euro hinterzieht und fünf Millionen spendet, hat die Allgemeinheit um 22 Millionen Euro betrogen. Es ist ein Witz, dass Audi, Adidas, die Telekom und VW, deren Chefs im Aufsichtsrat des FC Bayern sitzen, noch immer nichts auf Hoeneß kommen lassen wollen. Der Fall bedüfe erst einer »letztinstanzlichen Entscheidung«, meinte etwa Audi-Chef Rupert Stadtler gestern. Hallo? Hoeneß hat doch längst gestanden! Ob die Konzernchefs in ihren Unternehmen straffälligen Mitarbeitern ebensoviel Verständnis entgegenbringen wie ihrem Spezi? Wohl kaum! Auch Fans des FC Bayern sollten nun begreifen: Die Schonzeit für ihr Idol ist vorbei. Es gibt keine Verlängerung.

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