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Westfalen-Blatt: zur Sterbehilfe

Bielefeld (ots) - Kinder dürfen kein Auto lenken, keinen Alkohol trinken und nicht zur Wahl gehen. In Belgien sollen sie aber darüber bestimmen dürfen, ob sie bei einer lebensbedrohlichen Krankheit weiterleben wollen. Damit wird das kleine Königreich weltweit Vorreiter bei einem ganz heiklen Thema: Sterbehilfe. Es ist zwar nicht so, dass künftig Minderjährige zu tausenden ihrem Leiden ein Ende setzen wollen. Es soll in Belgien um ein Dutzend Fälle im Jahr gehen. Aber immerhin ist die Tür dafür geöffnet. Es wird nicht lange dauern, bis auch in Deutschland darüber diskutiert wird, ob schwerstkranke Kinder, auf eigenen Wunsch hin, von den Schmerzen endgültig erlöst werden können sollen. Denn das Leiden ist schließlich keine Frage des Alters. Dabei gilt sowohl für Kinder wie für 100-Jährige: In Deutschland gibt es eine Hospiz- und Pallitiativmedizin, die immer noch verbessert werden kann, aber trotzdem für viele andere Länder ein Vorbild ist. Der Deutsche Kinderhospizverein bezeichnet die in Belgien erlaubte Sterbehilfe als Armutszeugnis für die Gesellschaft. Das wollten die Politiker in Brüssel wohl nicht hören.

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