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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum »Unwort des Jahres«

Bielefeld (ots) - Die selbsternannte Jury aus vier Professoren und zwei Autoren, die seit 1991 das »Unwort des Jahres« kürt, liegt ganz gewiss nicht immer daneben. Als sie sich vor zwei Jahren für »Döner-Morde« entschied, war dies nach der Aufdeckung des NSU-Skandals die richtige Wahl. Es folgten »Opfer-Abo« (ein Begriff, den Jörg Kachelmann im Vergewaltigungsprozess benutzte) für das Jahr 2012 und nun »Sozialtourismus« für 2013. Genau hier wird deutlich, wie unglaubwürdig, weil aktuell die Wahl ist. Erst mit Beginn der Freizügigkeit für Arbeitskräfte aus Bulgarien und Rumänien im EU-Raum zum 1. Januar 2014 hat sich der Blick stärker auf Roma aus den beiden Ländern gerichtet, die sich bereits seit September 2012 vor allem in Duisburg und Dortmund aufhalten - und dort Sozialleistungen erhalten. Dafür steht »Sozialtourismus«. Das »Unwort des Jahres« kennzeichnet einen Begriff, der fortan auf einem Index stehen und nicht mehr benutzt werden soll - weil er einer Jury von eigenen Gnaden politisch nicht korrekt erscheint. Der Schritt vom Sprach- zum Denkverbot kann ein kleiner sein.

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