Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Geburtenrate

Bielefeld (ots) - Es ist toll, wenn Mütter sich entscheiden, ganz für ihre Kinder zu da zu sein. Die neue Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeigt, dass das Bild der »guten Mutter«, die zu Hause bleibt, weiterhin in Deutschland verwurzelt ist. Diese Aufgabe verdient Achtung. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch arbeitende Frauen hervorragende Mütter sein können. Kollektives Kopfschütteln am Kaffeetisch beim Gespräch über die frühe Betreuung des Kindes in einer Krippe erweckt oft einen anderen Eindruck. Betroffene Frauen fühlen sich diskriminiert. Das darf nicht sein. Ob Kita oder zu Hause: Jede Frau hat gute Gründe für ihre Entscheidung. Wenn Frauen keine Kinder bekommen, liegt das auch an der Gesellschaft. Politik kann noch so viele Hilfen schaffen. Das nützt nichts, wenn Muttersein nicht wertgeschätzt wird. Beruf vor Kind: Das ist das Ergebnis einer leistungsorientierten Welt. Der Ruf nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf passt dazu. Er ist berechtigt, aber der zweite Schritt. Der erste ist uneingeschränkter Respekt vor der Mutterrolle - egal ob mit oder ohne Job vereinbart.

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