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Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Machtkampf in Moskau:

Bielefeld (ots) - Ein Kreml-Herr hat ihm die Macht gegeben, ein Kreml-Herr hat sie ihm genommen. So ist das Geschäft. Das musste Juri Luschkow erleben, nachdem er gestern seinen Posten als Moskauer Bürgermeister verloren hat. Luschkow hat hoch gepokert und verloren. Er hielt sich für unersetzlich und lehnte bis zuletzt einen geordneten Rückzug ab. Er wollte die Signale in den Staatsmedien nicht wahrnehmen, die ihn mit Hetzkampagnen aus dem Amt drängen wollten. Weil all das nicht fruchtete, hat Staatspräsident Dmitri Medwedew seinem Volk gezeigt, wer der Chef im Ring ist. Luschkow ist damit ein Bauernopfer im Kampf um das Präsidentenamt im Jahr 2012 zwischen Medwedew und Wladimir Putin. Bestechungsvorwürfe sind dabei nur ein Vorwand. Mit ehrlicher Arbeit sind in Russland nur wenige Menschen zu Macht und Wohlstand gelangt. Korruption hat die Gesellschaft fest im Griff. Luschkows Gegner verweisen auf seine Ehefrau, die mit Baufirmen ein Milliardenvermögen gemacht hat. All das war im Kreml lange bekannt. Medwedew bringt sich als Mann, der durchgreift, in Stellung. Dafür diente ihm Luschkow.

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